Suche nach Sicherheit
Goldpreis eilt von Rekord zu Rekord

Der Kurscrash an den Aktienmärkten treibt den Goldpreis von einem Rekordhoch zum anderen. Heute steigt der Preis zum Teil um über 70 Dollar je Feinunze, bis zur 1800-Dollar-Marke ist es nicht mehr weit.
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DüsseldorfDer Goldpreis hat seine Rekordjagd am Dienstag fortgesetzt. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) stieg in der Spitze bis auf 1.778,29 Dollar beziehungsweise 1.250,90 Euro. Im frühen asiatischen Handel hatte die Feinunze noch 1.716,01 Dollar gekostet. Die Investoren reagierten damit auf die anhaltende Verunsicherung am Markt. Die Schuldenprobleme in den USA und Europa stützten den Goldpreis, sagten Händler. Hinzu komme die Furcht vor einer wirtschaftlichen Abschwächung.

Damit ist der Preis für Gold erstmals seit Dezember 2008 höher als der für Platin, das sich bei 1727 Dollar bewegt. Silber hingegen verbilligte sich um 1,6 Prozent auf 38,40 Dollar je Feinunze.

Tags zuvor hatte der Goldpreis erstmals die Marke von 1.700 Dollar überschritten. Die Schuldenprobleme in den USA und Europa stützten den Goldpreis, sagten Händler. Hinzu komme die Furcht vor einer wirtschaftlichen Abschwächung. Allein in den vergangenen drei Tagen hat die Flucht der Anleger in vermeintlich sichere Häfen den Goldpreis um sieben Prozent anziehen lassen.

Die massiven Kurseinbrüche haben die Anleger auch verstärkt in börsengehandelte Produkte (Exchange Traded Products oder kurz: ETPs) auf Gold getrieben. In solche Produkte sei in der vergangenen Woche mit 166 Millionen Dollar doppelt so viel Geld geflossen wie in der Woche davor, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Statistik des Anbieters ETF Securities hervorgeht. In den vergangenen vier Wochen verzeichneten Gold-ETPs Zuflüsse von 712 Millionen Dollar.

Und das Ende des Nachfragebooms ist nicht in Sicht. Die amerikanische Großbank JP Morgan schätzt, dass der Goldpreis bis zum Jahresende auf 2.500 Dollar je Feinunze oder höher steigen wird, bei einer hohen Volatilität, gefolgt durch die Herabstufung der US-Bonität. "Vor der Herabstufung haben wir die Preisentwicklung auf 1.800 Dollar je Feinunze geschätzt. Nun erscheint uns diese Schätzung zu konservativ", schrieben die Analysten Colin Fenton und Jonah Waxman in einer Mitteilung an ihre Kunden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Suche nach Sicherheit: Goldpreis eilt von Rekord zu Rekord"

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  • Gold hat seit mehr als 5000 Jahren seinen Wert behalten.

    Es wurde nur von der Politik und den Banken manipuliert, vor allem nach 1971, nachdem die USA unter Nixon das Gold verbannten, danach wurde es behandelt als barbarisches Relikt.
    Die Manipulation erfolgte durch Goldleihe an gewisse Banken, auch die dt. Bank !, die das Gold dann verkauften und den Erlös zumeist in Staatsanleihen und anderen angeblich mehr rentierenden Produkten angelegt haben.

    Da stellen sich natürlich folgende Fragen:

    Haben die Banken das Gold zurückgegeben oder führen Sie es noch in ihren Büchern ?
    Wenn sie es nicht zurückgegeben haben, sind sie normalerweise Pleite, denn zu heutigen Preisen zurückzukaufen, gäbe einen irren short squeeze.

    Sollte das Gold nicht zurückgegeben worden sein, stellt sich natürlich die Frage was wollen die Zentralbanken unternehmen ? Klagen sie es von den Banken ein ?
    Wahrscheinlich bleibt auch hier der Steuerzahler drauf hängen !
    Es ist ja auch schon ewig nicht mehr geprüft worden, wieviel Gold tatsächlich noch physisch bei den ZB`s lagert.

    Unsere deutschen Goldbestände lagern ja in USA und England, haben wir eigentlich keine Möglichkeit der Lagerung ? Der kalte Krieg, der ja als Ausrede für die Auslagerung galt, ist ja wohl vorbei. Warum wird unser Gold nicht repatriiert ? Auch die USA gestatten kein Audit ! Daher ist wohl zu vermuten, dass die angegebenen Mengen nicht mehr existieren, höchstens als Buchgold.

  • und dann immer wieder der aberwitzige Wechselkurs zwischen Dollar und Euro. Ich muss zugeben, die Dollarnoten sind als Klopapier besser zu gebrauchen, da etwas rauher!!! :D

    Ich weiss auch garnicht, wieso man hier China immer wieder als Wirtschaftsmacht der Zukunft dargestellt wird. Die können in den nächsten Jahren jedem ihrer Chinesen 1000 1-Dollarnoten zum Scheißen geben. Der Westen ist sowas von Pleite und einen Binnenmarkt gibt es in China nicht!! Wo soll China also eine Zukunft haben??

    Ich gewöhne mich schonmal langsam wieder an Naturalien und Gramm als Währung ;)

  • Silber und Gold sind Geld.
    Dollar, Euro und Co. sind es nicht...
    Dieses Geld hat zu 99 % nur einen Scheinwert und ist mit NICHTS abgesichert !
    Darauf bezahlen die betrogenen, schlafenden Menschen auch noch Zins und Zinseszinsen.....

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