Syriza-Sieg in Griechenland: Euro hält den Atem an

Syriza-Sieg in Griechenland
Euro hält den Atem an

Die Reaktion war heftig, aber kurz: Für wenige Sekunden fiel der Kurs des Euro nach dem Syriza-Wahlsieg unter die Marke von 1,11 Dollar. Die Furcht vor einem Wiederaufflammen der Euro-Krise wächst.
  • 37

SingapurDer klare Sieg für das Linksbündnis Syriza in Griechenland hat den Euro auf Berg- und Talfahrt geschickt. Die Gemeinschaftswährung fiel in der Nacht für wenige Sekunden unter die Marke von 1,11 Dollar auf 1,1098 Dollar und markierte damit den tiefsten Stand seit mehr als elf Jahren.

Bis Montagmorgen erholte sich die Gemeinschaftswährung aber wieder etwas und notierte bei 1,1228 Dollar. Am Freitagnachmittag war der Euro wegen der EZB-Geldpolitik bereits bis auf 1,1115 Dollar abgetaucht.

Syriza hat Verhandlungen über die Reformauflagen seiner internationalen Geldgeber angekündigt. Das schürt unter Anlegern die Furcht vor einem Wiederaufflammen der Euro-Krise. Für Entspannung sorgte allerdings, dass Syriza mit ihrem Parteichef Alexis Tsipras die absolute Mehrheit verpasst hat.

Aus Sicht der Commerzbank-Analysten muss der Wahlausgang in Griechenland keine Belastung für den Euro werden. „Zumindest scheint eine Hängepartie in der Regierungsbildung und damit erneute Neuwahlen unwahrscheinlich. Und, dass es mit der neuen Regierung Streit um die Hilfsprogramme geben wird, war lange bekannt und dürfte am Markt bereits eingepreist sein“, heißt es in einem Kommentar.

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer urteilte: „Der Wahlsieg der Linken bedeutet, dass der Euro-Raum bei der Lösung der Staatschuldenkrise auf halber Strecke stehen bleibt.“ Der Druck auf die EZB wachse, die ungelösten Probleme durch eine massive Abwertung des Euro zu übertünchen, so Krämer.

Syriza-Chef Alexis Tsipras hatte im Wahlkampf erklärt, das von der Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) mit 240 Milliarden Euro vor der Pleite gerettete Griechenland zwar in der Euro-Zone halten zu wollen. Vereinbarte Reform-Auflagen will er aber kippen. Zudem forderte er einen Schulden-Nachlass.

Tsipras signalisierte den EU-Partnern noch in der Wahlnacht aber Gesprächsbereitschaft für eine „gerechte und praktikable Lösung“ beim Umgang mit den Schulden und dem Sparkurs. Experten wie JP-Morgan-Analyst David Mackie erwarten dennoch, dass der Syriza-Sieg den Euro weiter belasten wird. Es sei jedoch nicht davon auszugehen, dass Griechenland die Währungsunion verlässt.

„Das ist für Griechenland eine mögliche Katastrophe, aber keine für Europa“, so Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, in einem Kommentar. Selbst einem Austritt aus der Gemeinschaftswährend sieht er gelassen: Europa habe alle Instrumente, um mit Ansteckungsgefahren im Falle eines Euro-Austritts umzugehen.

EUR/USD SPOT

ISIN
EU0009652759
Börse
FX
+0,00+0,03%
+1,12€
Chart von EUR/USD SPOT
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Syriza-Sieg in Griechenland: Euro hält den Atem an"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @ Hr. Traunstein.

    Na, der Hr. Neuerer ist von der Links-Außen-Franktion der Handelsblatt-Schreiber.

    Da müssen Sie beim Lesen der Artikel noch den Neuerschen Umerziehungsauftrag herausfiltern.

  • Es war Kohl, der Deutschland mit seinem Euro-Wahn verkohlt hat.
    Das Euro-Trauerspiel sollte dem Ende zugehen, es war ein teures Experiment, das Kohl und Mitterand Deutschland eingebrockt haben.

  • @ Kroupi natürlich dürfen das die Griechen aber am besten ohne auf Kosten der anderen zu Leben außerhalb des Euros . Am besten ganz schnell

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%