Talfahrt am Devisenmarkt
Euro leidet unter der Zinswende

Investoren rechnen damit, dass die EZB die Geldpolitik lockert. Sie fliehen deshalb zurück in den Dollar. Nach fünf Tagen in Serie mit Kursverlusten kostet der Euro nur noch knapp über 1,30 Dollar

FRANKFURT. Die Erwartung, dass die europäischen Leitzinsen zur Bekämpfung der Rezessionsgefahr weit kräftiger sinken werden als die amerikanischen, hat den Euro zum US-Dollar auf den tiefsten Stand seit März 2007 gedrückt. Am Dienstagabend sank er nach fünf Tagen mit Kursverlusten in Serie auf weniger als 1,31 Dollar.

Während der US-Leitzins ohnehin nur noch 1,5 Prozent beträgt, rechnen manche Experten derzeit damit, dass der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) von derzeit 3,75 Prozent in den nächsten Monaten um zwei Prozentpunkte fallen könnte.

Zur Erstarkung des Dollars trug bei, dass US-Notenbankchef Ben Bernanke am Montag die Wirtschaftsperspektiven in düsteren Farben malte und ein neues Konjunkturprogramm forderte. Am Abend war Präsident George W. Bush auf dieselbe Linie eingeschwenkt. Demgegenüber gibt es in Europa derzeit noch keine Pläne für vergleichbare Konjunkturprogramme.

Raum für kräftige Zinssenkungen, um der zunehmenden Gefahr einer Rezession zu begegnen, erhält die EZB dadurch, dass sich der Ölpreis in den letzten Monaten halbiert hat. Das ist für die Zinspolitik der EZB besonders wichtig, weil sie stärker als die meisten anderen Notenbanken auf die Inflationsbekämpfung fixiert ist.

Aber auch die amerikanische Notenbank Federal Reserve, die bereits am 29. Oktober über ihren nächsten Schritt entscheidet, dürfte nach Einschätzung von Ökonomen und Marktteilnehmern ihren Leitzins weiter senken.

Am Dienstag senkte die Bank von Kanada ihren Leitzins um einen viertel Punkt auf 2,25 Prozent.

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