Talfahrt verschärft
Die Ölpreise verlieren massiv

Die Ölpreise sind am Freitag weiter gesunken. Vor allem die schwachen US-Konjunkturdaten und die Unsicherheiten im Euroraum sorgen für schlechte Stimmung.
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Singapur Am Freitagnachmittag haben die Ölpreise sowie Gold und Silber massive Verluste erlitten. Die Notierungen sind damit im Handelsverlauf erheblich unter Druck geraten, nachdem sie am Morgen nur mit geringen Veränderungen eröffnet hatten.

Der Ölpreis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai kostete zuletzt 90,48 Dollar und damit 3,2 Prozent weniger als am Vortag. Öl der Sorte Brent wurde mit 101,25 Dollar gehandelt. Es verlor damit 2,9 Prozent.

Die Kurse reagierten auf enttäuschende US-Konjunkturdaten sowie die Unsicherheiten im Euroraum. Trotz der Abschläge sind von Bloomberg befragte Analysten zuversichtlich für die kurzfristige Entwicklung des Ölpreises. 39 Prozent der Experten erwarten bis 19. April steigende Preise, während 36 Prozent mit fallenden Notierungen rechnen. In der vergangenen Woche hatten sich noch 54 Prozent skeptisch geäußert.

Auch Eugen Weinberg, Leiter des Rohstoffresearch der Commerzbank AG in Frankfurt, ist optimistisch gestimmt und erwartet im laufenden Quartal WTI im Schnitt bei 96 Dollar: “Wir sind nahe an einem Boden, da wir von einer Verengung des Marktes ausgehen, aber der Bodenbildungsprozess dürfte einige Zeit beanspruchen.”

Bei den Edelmetallen setzte sich die Talfahrt der Vormonate verschärft fort. Gold notierte mit 1494,15 Dollar je Feinunze 4,3 Prozent tiefer und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Juli 2011. Zugleich fiel es unter die wichtige Unterstützung bei 1550 Dollar, die im Laufe der bisherigen Korrektur nicht nachhaltig unterschritten worden war. Die technischen Analysten der Commerzbank rechnen mit einem Rückgang bis zur 200-Tage-Linie bei 1434,15 Dollar. Auch Silber fiel mit 4,6 Prozent auf 26,40 Dollar stark zurück.

Am Vortag waren zudem die Bestände des SPDR Gold Trust, des größten mit Gold hinterlegten ETF, auf den niedrigsten Stand seit Mai 2010 gefallen. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Freitag deutlich gemacht, dass eventuelle Goldverkäufe der zypriotischen Notenbank zur Deckung von Verlusten herangezogen werden müssen, die der Notenbank aus der Vergabe von Notkrediten an die Geschäftsbanken des Landes entstehen.

Die Gläubiger auf Seiten der EU-Partner überließen am Freitag die Entscheidung über mögliche Goldverkäufe Zypern. Dessen Notenbank verwaltet Goldbestände im Umfang von 13,9 Tonnen, gemäß Angaben des Branchenverbands World Gold Council.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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