Tausende Dollar Umsatz
Bitcoins sind der Hit im dunklen Internet

Auf anonymen Marktplätzen in den Tiefen des Internets werden in Spitzenzeiten rund 650 000 Dollar pro Tag illegal umgesetzt. Bitcoins sind die bevorzugte Währung für die virtuellen Händler. Die Waren sind jedoch echt.
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New YorkSie heißen Agora, Flo Market, Hydra, Pandora, Sheep Marketplace oder Middle Earth: Marktplätze im dunklen, im verborgenen Teil des Internets. Viele von ihnen sind inzwischen längst wieder geschlossen, wie etwa Silk Road, das bekannteste Beispiel. Aber zugleich entstehen immer wieder neue.
Zwei Jahre lang haben Kyle Soska und Nicolas Christin von der Carnegie Mellon University 35 dieser illegalen Marktplätze untersucht, auf denen vor allem Rauschgift gehandelt wird. Das Ergebnis: Der Handel dort ist weitaus reger als bisher angenommen.
Diese Märkte sind auch ein Experimentierfeld für virtuelle Währungen, vor allem Bitcoins. Denn diese Art der Bezahlung macht erst die Anonymität perfekt. Die Autoren schreiben, dass nach dem Vorbild von Silk Road alle modernen anonymen Märkte abgeschirmt über den Browser „Tor“ laufen. Dies verschaffe „den Teilnehmern eine überlegene Form von anonymer Kommunikation“.

Sie benutzten „Onlinewährungen auf Basis von Pseudonymen, zum Beispiel Bitcoins, als Zahlungssysteme, die anders als konventionelle Systeme keine direkten Spuren hinterlassen“.

Tor ist ein spezieller Browser, mit dem man sich unerkannt im Netz bewegen kann. Die Abkürzung steht für „The Onion Router“, also „Der Zwiebel-Router“, und auf „onion“ enden auch die Adressen in diesem dunklen Teil des Webs. Der System wurde ursprünglich vom amerikanischen Militär entwickelt, ist aber jetzt frei zugänglich, es wird in Diktaturen auch gerne von aufmüpfigen Bloggern genutzt – ein Grund dafür, dass es niemand blockieren möchte.
Bei Bitcoins werden zwar alle Zahlungen veröffentlicht, aber nur unter Decknamen. Sind die Personen dahinter einmal bekannt, dann lassen sich die Transaktionen allerdings sehr gut nachvollziehen – ein wichtiger Punkt bei der Aufklärung der Verbrechen. Der Witz bei Bitcoins ist, dass die diese virtuellen Münzen ohne eine zentrale Abrechnungsstelle versendet werden können. Die Technik, die sich dahinter verbirgt, und ähnliche Konzepte wie etwas das Ripple-Protokoll, bereiten inzwischen auch den Banken Kopfschmerzen, weil sie auf lange Sicht eine kostengünstige Alternative zur herkömmlichen Infrastruktur der Finanzbranche sein könnten.

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  • Der Artikel steckt voller Fehler. Zum Beispiel ist TOR kein Browser sondern ein Netzwerk, http ist nur eines der möglichen Protokolle im TOR Netzwerk. Außerdem sind die illegalen Händler genauso wenig virtuell wie die legalen. Aber bei einer Sache habt ihr Recht, der Bitcoin wird vermutlich die Finanzbranche in Zukunft noch kräftig umkrempeln.

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