Technische Faktoren
Ölpreis steht weiter unter Druck

Im Vorfeld des Opec-Treffens am Mittwoch in Abu Dhabi ist der Ölpreis weiter gesunken. Doch der Trend könnte bald drehen: Zwar erwarten die meisten Experten keine Anhebung der Fördermengen, dafür machen sich Sorgen über einen kalten Winter breit.

HB FRANKFURT. Analysten machten für den weiteren Preisverfall am Montag allerdings technische Faktoren und - anders als in der vergangenen Woche - nicht die Erwartung einer Anhebung der Fördermengen durch die Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) verantwortlich. Der saudische Ölminister Ali al-Naimi hatte erneut erklärt, der Markt sei gut versorgt. „Die Opec hat die gleichen Bedenken wie der Markt: die mögliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums in den USA“, sagte Öl-Chefanalyst Mike Wittner von Societe Generale.

Die führende US-Sorte WTI verbilligte sich um 0,9 Prozent auf 87,96 Dollar je Fass und war damit so günstig wie seit Ende Oktober nicht mehr. Zugleich näherte sich der Preis für US-Leichtöl weiter dem für Nordseeöl der Sorte Brent an. Diese kostete mit 87,61 Dollar 0,7 Prozent weniger pro Fass. Nachdem der Preis für ein Barrel Rohöl an der Marke von 100 Dollar gekratzt hatte, war er vergangene Woche um 9,50 Dollar gestürzt - der bislang größte Wochenverlust. Dieser Preisrutsch halte Saudi-Arabien von einer höheren Ölförderung ab, sagte Olivier Jakob vom Beratungsunternehmen Petromatrix.

Der Preisdruck beim Öl wird Analysten zufolge gebremst durch kaltes Wetter im Nordosten der USA, was auf einen kalten Winter und damit hohen Heizölverbrauch hindeutet. Die Explosion einer Ölanlage in den USA am Donnerstag blieb ohne weitere Auswirkungen auf den Markt. Der Betreiber hatte mitgeteilt, dass die Produktionskapazitäten zu 80 Prozent wieder hergestellt sind und der Rest bald folgen werde.

Im Gefolge des Ölpreises gab auch der Goldpreis nach. Das Edelmetall, der Anfang November noch ein 28-Jahreshoch bei 845,40 Dollar je Feinunze erreicht hatte, kostete am Montag nur noch rund 780 Dollar. Im späten US-Handel am Freitag waren es noch 3,50 Dollar mehr. Gold gilt an den Märkten als „sicherer Hafen“ in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und war gekauft worden, als der Dollar deutlich an Außenwert verlor. Analysten zufolge geht der Goldpreis nun zurück, weil der Dollar etwas Boden auf andere Währungen gutgemacht hat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%