Terminmarkt
Gold-Future steigt über 1 000 Dollar

Der Goldpreis steigt und steigt. Am Terminmarkt kostete eine Feinunze heute mehr als 1 000 Dollar. Die globale Aktienmarktschwäche gepaart mit der Suche nach Sicherheit treibt die Anleger weiter in das Edelmetall.

HB FRANKFURT. Die Flucht der Anleger in die als sicher geltende Gold-Anlage hat die Preise für das gelbe Metall am Freitagnachmittag weiter in die Höhe getrieben. Der Gold-Future zur Lieferung im April stieg an der New Yorker Rohstoffbörse Comex in der Spitze um 23,80 Dollar auf 1 000,30 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Dieses Niveau hatten die Terminkontrakte zuletzt Mitte Juli erreicht.

Händler begründeten den Ansturm aufs Gold mit der schwachen Tendenz an den Aktienbörsen rund um den Globus. „Ich denke, es ist ein bisschen Panik da draußen“, sagte Robert MacIntosh, Chefökonom bei Eaton Vance in Boston. „Die Aktienmärkte erreichen neue Tiefs, und Gold ist das, was alle haben wollen.“

Der Spot-Goldpreis zog in der Spitze um 2,6 Prozent auf 998,50 Dollar je Feinunze an. Zuletzt hatte Gold im März vergangenen Jahres mit 1030 Dollar ein Hoch erreicht. In Euro notierte der Goldpreis zeitweise auf einem Rekordhoch von 793,40 Euro.

Der Kursrückgang bei den US-Aktien sorgt aus Sicht der Commerzbank für eine anhaltend positive Grundstimmung der Anleger für Gold. Der alte Rekord, der im März 2008 bei 1 033 Dollar je Unze lag, rückt damit wieder in greifbarer Nähe. Der südafrikanische Krügerrand (1/1 Unze) als beliebteste Goldmünze kostet aktuell am Bankschalter 844,00 Euro, vor einer Woche waren es 791,00 Euro.

Getrieben wurde der Goldpreis, den die Mehrheit der Analysten in absehbarer Zeit deutlich über der alten Rekordmarke sieht, vor allem von Fonds, die ihre physischen Goldbestände auf immer neue Rekordhöhen aufstockten. So verfügt der weltgrößte Fonds, der SPDR Gold Trust aktuell über 1 028,98 Tonnen Gold - und liegt damit nur knapp hinter den kompletten Beständen der Schweiz von 1 040 Tonnen. Hinzu kam in dieser Woche auch die Absicht der russischen Zentralbank, Gold zu kaufen. Der stellvertretende russische Zentralbankchef Alexej Uljukajew sagte, die Notenbank habe ihren Gold-Anteil an den Reserven erhöht und werde dies im Laufe des Jahres weiter tun.

Wegen der aktuellen Unsicherheiten an den Aktienmärkten und der Suche der Anleger nach sicheren Alternativen habe der Goldpreis zuletzt regelrecht ein Eigenleben entwickelt, hieß es bei verschiedenen Londoner Analysten, die auch für die kommende Woche weiter anziehende Preise erwarten. Am Freitag zogen auch die Preise für Silber (+0,8%) und Platin (+1,1%) weiter an.

"Aufgrund der anhaltenden Risikoaversion und der Nähe zur Marke von 1 000 Dollar dürfte das Interesse der Investoren hoch bleiben", hatte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank bereits verganene Woche prognostiziert.

Der hohe Goldpreis hinterließ unterdessen deutliche Spuren bei der Schmucknachfrage, Diese war noch bis vor kurzem die wichtigste Nachfragekomponente bei Gold, hieß es bei der Commerzbank. So habe Indien im Februar Industriekreisen zufolge bislang überhaupt kein Gold importiert, nachdem die indischen Goldimporte im Januar auf 1,8 Mill. Tonnen eingebrochen waren. "Solange die Investmentnachfrage in die Bresche springt, dürfte dies den Goldpreis aber nicht belasten", hieß es in der Studie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%