Teures Öl beflügelt die Inflation und dämpft die Konjunktur
Hysterie bezüglich des Ölpreisanstiegs übertrieben

Öl ist eines der wichtigsten Schmiermittel der westlichen Industriegesellschaft – und Preisexplosionen beim schwarzen Gold sind ein ernsthaftes Konjunkturrisiko. Dennoch voerst kein Grund zur Panikmache.

Latente Gefahr:


Öl ist eines der wichtigsten Schmiermittel der westlichen Industriegesellschaft – und Preisexplosionen beim schwarzen Gold sind ein ernsthaftes Konjunkturrisiko. „Die meisten Rezessionen der letzten Jahrzehnte wurden durch stark gestiegene Rohölpreise im Zusammenspiel mit einer Straffung der Geldpolitik ausgelöst,“ zeigt eine Studie der Deka-Bank, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Wirkungskanäle:

Steigende Ölpreise belasten die Wirtschaft doppelt. Zum einen verschlechtert sich die Ertragslage der Unternehmen, weil die Energie-, Rohstoff- und Transportkosten steigen. Zum anderen werden die Konsumenten belastet – ihre Kaufkraft sinkt. Ökonomisch ist der Effekt vergleichbar mit einer Steuererhöhung – nur dass diese den Erdöl exportierenden Ländern zugute kommt.

Spürbarer Effekt:

Im Mai mussten die deutschen Verbraucher bis zu 23 % mehr für Heizöl und bis zu 13 % mehr für Kraftstoff bezahlen als vor einem Jahr, zeigen erste Preisdaten aus Hessen, Nordrhein- Westfalen und Sachsen. Gegenüber April verteuerte sich Heizöl um 6 bis 8 %, Benzin um 4,5 %. Dies heizte die Inflation an: Die Teuerung kletterte im Jahresvergleich auf 1,9 % nach 1,4 bis 1,5 % im April. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise um 0,2 %.

Kein Grund zur Panik:


Modellrechnungen der Deka-Bank zeigen, dass trotz allem selbst ein weiterer deutlicher Anstieg des Ölpreises die deutsche Konjunktur nicht aus dem Gleis werfen kann. Sollte der Preis für ein Barrel Brentöl ein Jahr lang auf dem Preis von 38,50 $ bleiben, würde dies in diesem Jahr 0,1 Prozentpunkte Wachstum kosten – 2005 wären es dann 0,3 Punkte. „Die Hysterie der vergangenen Tage bezüglich des Ölpreisanstiegs ist übertrieben“, so das Fazit.

Die Ausgleichsfaktoren:

Der Höhenflug des Euros hat die Erhöhung des Ölpreises gebremst – in Euro gerechnet, hat sich Öl nicht so sehr verteuert wie in Dollar. Zudem ist die Abhängigkeit der Wirtschaft vom Öl heute deutlich geringer als vor 30 Jahren. Unser Ölverbrauch ist heute so hoch wie 1970, allerdings ist die Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik heute doppelt so hoch.

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