Tool der Woche
Droht der Energiepreisschock?

Rebellen im Irak, brennende Pipelines in der Ukraine: Die angespannte weltpolitische Lage könnte auch deutsche Verbraucher von Öl und Gas hart treffen. Der nächste Winteranfang könnte zur Stunde der Wahrheit werden.
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DüsseldorfKrisen, wie derzeit im Irak und der Ukraine, führen stets schmerzlich vor Augen, wie stark die Weltwirtschaft von Öl und Gas abhängig ist. Jeden Risikoaufschlag, der ob der politischen Lage die Preise erhöht, spüren schließlich auch deutsche Verbraucher im Portemonnaie.

Insbesondere die Lage im Irak rückt gerade in den Mittelpunkt des Interesses. Das Land ist zweitgrößtes Mitglied des Ölkartells OPEC und sechstgrößter Ölexporteur der Welt. Fielen die irakischen Exporte aus, würden mit einem Schlag rund 2,6 Millionen Barrel Öl täglich auf den Märkten fehlen. Am vergangenen Mittwoch hatten die militanten Islamisten der Rebellengruppe Isis die wichtigste Raffinerie des Landes in Baidschi, 200 Kilometer nördlich von Bagdad, erobert. Der Ölpreis der Sorte Brent stieg daraufhin auf 114,80 Dollar pro Barrel, den höchsten Stand seit neun Monaten. Aktuell kostet ein Barrel 113 Dollar. In den vergangenen zwölf Monaten stieg der Preis um zwölf Prozent.

Dabei beeinträchtigen die Kämpfe den Export bislang noch gar nicht. Das für den Export bestimmte Öl wird im Irak hauptsächlich im schiitischen Süden um die Stadt Rumaila und im kurdischen Nordosten um Kirkuk gefördert. Diese Regionen sind von den Kämpfen bislang weitgehend verschont geblieben. Dennoch erhöhen Händler ihre Preise um Risikoaufschläge, um sich gegen Lieferausfälle abzusichern.

Käme aus dem Irak gar kein Öl mehr, hätte das gravierende Folgen. „Der Einfluss auf die Ölpreise wäre beachtlich“, warnen Analysten von Morgan Stanley. Einen Teil der dann wegfallenden Ölmenge könnten nach ihrer Einschätzung andere OPEC-Länder beisteuern, aber zu einem „deutlich höheren Preis“. Mit einem weiteren Aufschlag müssten Verbraucher rechnen, sollten die Isis-Kämpfer Bagdad erreichen, sagte Chefstratege Ric Spooner von CMC Markets in Sydney.

Nicht nur im Irak gibt es Unruhen. Mit Blick auf den Konflikt in der Ukraine ist die Frage weniger, ob das russische Erdgas teurer wird, als vielmehr, ob es weiter zu uns kommt. Russland hatte seinem Nachbarn am vergangenen Montag den Gashahn zugedreht, nachdem Verhandlungen über eine weitere Belieferung gescheitert waren.

Die Ukraine ist aber nicht nur Abnehmer von Gas, sondern auch wichtigstes Transitland, rund die Hälfte aller russischen Gasexporte nach Europa laufen durch das Land. Deshalb wird befürchtet, dass sich das Land etwas vom europäischen Gas abzweigen könnte, um seinen eigenen Bedarf zu decken. Die Ukraine hat mehrfach betont, das nicht tun zu wollen. Dennoch erwecken auch Bilder von brennenden Pipelines, wie jene vom vergangenen Dienstag, nicht gerade Vertrauen in die Versorgungssicherheit.

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