Trend zur Kohle
Die Renaissance der Kohle

Im Zuge des Rohstoffbooms erlebt der lange vernachlässigte Primärenergieträger Kohle eine ungeahnte Renaissance. In kaum einem anderen Energiesektor sind die Aussichten ähnlich gut:

KAPSTADT. Kohle ist der am weitesten verbreitete Energieträger und unverzichtbarer Rohstoff für die Stahlproduktion. Um eine Tonne Stahl zu produzieren, werden 600 Kilogramm Steinkohle benötigt.

Nach Angaben des World Coal Instituts (WCI) wird Kohle bei 40 Prozent der weltweiten Stromerzeugung verwendet. Bei der Stahlproduktion liegt ihr Anteil sogar bei fast zwei Drittel. Laut WCI wird die Kohle weiter einen „bedeutenden Anteil zur Abdeckung des Weltenergiebedarfs“ leisten. Bis 2030 werde der Energiebedarf weltweit um weitere 50 Prozent zunehmen, wobei rund zwei Drittel der Nachfrage aus den Entwicklungsländern kommen dürfte. Die Kohle hat einen entscheidenden Vorteil: Anders als Erdöl kommt sie nicht aus dem politisch instabilen Nahen Osten, sondern aus Ländern wie Australien, Indonesien und Südafrika, die politisch als sicherer gelten.

Der Hauptgrund für den Aufschwung der Kohle findet sich im Rohstoffhunger des weltgrößten Produzenten China. Das Land ist angesichts der hohen Stahl- und Stromnachfrage dabei, vom Kohle-Exporteur zum Importeur zu werden. Zudem wird Chinas Kohle in immer größeren Tiefen abgebaut, was die dortige Produktion markant verteuert. Noch schwerer wiegt, dass der Rohstoff, der bislang rund zwei Drittel des chinesischen Energiebedarfs deckt, in China allmählich zur Neige geht. Immer wieder warnen Experten in Peking, dass die drohende Verknappung von Kohle eine der größten Unwägbarkeiten für die Zukunft des Landes sei.

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