Trotz geringer Nachfrage
Ölpreis behauptet sich

Die Ölpreise sind stark in die neue Woche gestartet. Grund dafür ist nicht zuletzt der syrische Bürgerkrieg. Mit Spannung werden die Auswirkungen der iranischen Präsidentschaftswahl erwartet.
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FrankfurtAngesichts der Spannungen um Syrien haben die Ölpreise am Montag ihren Aufwärtstrend aus der vorigen Woche fortgesetzt. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 106,27 Dollar. US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 98,07 Dollar 0,2 Prozent mehr. Damit notierte Brent nur leicht unter dem in der Vorwoche erreichten Zwei-Monats-Hoch von 106,64 Dollar. Händler führten die Preissteigerung vor allem auf den Bürgerkrieg in Syrien zurück, der auch Thema des G8-Gipfeltreffen in Nordirland ist. „Viele fürchten, dass der Konflikt eskaliert und damit die Versorgung mit Öl aus dem Nahen Osten gefährdet werden könnte”, erklärte ein Börsianer.

Nachdem es die USA als erwiesen betrachten, dass das Regime von Präsident Baschar al-Assad Chemiewaffen gegen seine Gegner eingesetzt hat, wollen sie jetzt die Opposition mit Waffen beliefern. Russland dagegen lehnt die von den USA erwogene Einrichtung einer Flugverbotszone über Syrien strikt ab.

Fundamentale Faktoren sprachen dagegen eher für einen sinkenden Ölpreis. Denn zum einen ist das Angebot an Öl reichlich, zum anderen stottert die Nachfrage weltweit, da die Konjunktur nicht so wie von vielen erwartet anzieht. Die Auswirkung des Wahlergebnisses im Iran auf den Ölpreis ist weiter offen. „Mittelfristig sollte der Sieg des moderaten Rohani die Risikoprämie an den Ölmärkten schmälern”, erklärten die Analysten der Citigroup. Bei den Präsidentenwahlen im Iran hatte der moderate Geistliche Hassan Rohani gewonnen. Der Streit des Westens mit dem Iran über dessen Atomprogramm hat in den vergangenen Jahren immer wieder zu Spekulationen auf Versorgungsengpässe ausgelöst und damit den Ölpreis in die Höhe getrieben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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