Trotz guter US-Konjunkturdaten
Euro bleibt auf Erholungskurs

Der Euro hat sich am Dienstag weiter deutlich über seinem am Vortag erreichten Fünf-Monats-Tief behauptet. Auch die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen konnten die Kurserholung der Gemeinschaftswährung nicht stoppen.

HB FRANKFURT. „Das US-Verbrauchervertrauen ist wirklich sehr positiv ausgefallen, und dafür hat sich der Euro wirklich erstaunlich gut gehalten“, sagte ein Händler. Das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaft ihres Landes ist im April überraschend gestiegen. Grund sei vor allem die Erwartung, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt aufhelle, teilte das private Forschungsinstitut Conference Board mit. Der von dem Institut ermittelte Verbrauchervertrauens-Index stieg auf 92,9 von revidiert 88,5 Punkten im März. Von Reuters befragte Analysten hatten demgegenüber für April im Schnitt einen Rückgang auf 88,0 Punkte erwartet.

Der Index war mit Spannung erwartet worden, nachdem Wirtschaftsdaten aus den USA zuletzt positiv ausgefallen waren und damit Spekulationen über eine Zinserhöhung in den USA angeheizt hatten. Nun habe der Markt bereits die am Donnerstag anstehenden vorläufigen Zahlen zum US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das erste Quartal im Blick, sagte ein Händler.

In der Euro-Zone ist der Leitzins mit derzeit zwei Prozent doppelt so hoch wie in den USA. Durch eine Anhebung des Leitzinses in der weltgrößten Volkswirtschaft würden Anlagen in der Euro-Zone für Investoren an Attraktivität verlieren, da sich der Renditevorsprung zu den USA verringern würde.

Der Euro lag am Nachmittag bei 1,1905 Dollar, nachdem er noch am Montag zeitweise deutlich unter die Marke von 1,18 Dollar und damit auf ein Fünf-Monats-Tief zur US-Währung gefallen war. In New York war die Gemeinschaftswährung am Vortag bei 1,1856 Dollar aus dem Handel gegangen.

Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,1881 (Vortag 1,1841) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,1887 (1,1851) Dollar.

Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet zur Wirtschaft in der Euro-Zone hatten nach Einschätzung von Börsianern keine Auswirkungen auf den Euro. „Trichet hat keine neuen Informationen zu den Zinsen gegeben. Die EZB hat signalisiert, dass das gegenwärtige Zinsniveau angebracht ist“, sagte Tony Norfield, Leiter der Devisenanalyse bei ABN Amro.

Nach Einschätzung des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) wird sich die moderate Konjunkturerholung in der Euro-Zone fortsetzen und im kommenden Jahr verstärken. Trichet vermied bei der Präsentation des EZB-Jahresberichtes 2003 im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel jeden Hinweis auf die künftige Zinspolitik der EZB, die am 6. Mai das nächste Mal über die Leitzinsen entscheidet. Anders als in den vergangenen Tagen wiederholte er auch nicht, dass die EZB sich alle Optionen offen halte.

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