Trotz Ifo-Index
Euro bleibt stabil

Der Euro hält sich trotz des leichten Rückgangs beim Ifo-Index und Rückschlägen für Portugal. Nach dem letzten Rating von Standard & Poor's sind die portugiesischen Anleihe-Renditen auf Rekordhoch.
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Frankfurt Der Euro hat sich trotz einer leicht eingetrübten Stimmung in der deutschen Wirtschaft und Rückschlägen für das Euro-Sorgenkind Portugal zum Wochenschluss gut gehalten. Die Gemeinschaftswährung pendelte mit 1,4165 Dollar am Freitag um ihren Vortagesschluss. „Der Markt scheint mittlerweile abgehärteter zu sein“, sagte Devisenanalyst Ralf Sartoris von HSBC Trinkaus. Nach wie vor stütze zudem die Aussicht auf steigende Leitzinsen in der Euro-Zone, was dem Euro zum US-Dollar einen größeren Zinsvorteil einbringen würde.

So schüttelten die Investoren auch ab, dass der Geschäftsklima-Index Ifo im März zum ersten Mal seit knapp einem Jahr gesunken war. Allerdings hatten Experten wegen der Atomkatastrophe in Japan und der Libyen-Krise einen stärkeren Rückgang befürchtet. Der Ifo liege immer noch auf sehr hohem Niveau, betonte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Die Schocks - Japan, Nordafrika/Nahost und Euro-Krise - sind bisher vor allem psychologisch, die realen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft scheinen noch begrenzt zu sein“, bemerkte Volkswirt Jürgen Michels von der Citigroup.

„Solange die Nachfrage in Asien stark ist und weltweit genügend Geld zur Verfügung steht, kann einiges kompensiert werden.“ Das ganze Ausmaß der japanischen Katastrophe dürfte allerdings erst in den April-Daten zum Tragen kommen, da die Hälfte der Antworten aus den Chefetagen der deutschen Wirtschaft vor dem Erdbeben abgegeben wurde.

Die schlechtere Bonitätsnote für das angeschlagene Portugal durch die Ratingagentur Standard & Poor's überraschte die Anleger am Devisenmarkt nicht. „Es wird bereits erwartet, dass das Land unter den Rettungsschirm schlüpfen wird und die Investoren scheinen das nicht negativ für den Euro auszulegen“, ergänzte Sartoris. Auf dem EU-Gipfel einigten sich die Staats- und Regierungschefs unter anderem auf den dauerhaften Schutzschirm für angeschlagene Euro-Länder (ESM) - zum Volumen von 500 Milliarden Euro und der Funktionsweise hatten die Regierungen bereits vor dem Treffen einen Konsens erreicht.

Ungeklärt blieb unter anderem, wie die Aufstockung des aktuellen Rettungsfonds EFSF bewerkstelligt werden soll. Auch im Streit mit Irland um die Konditionen seines Hilfsprogrammes gibt es noch keine Lösung. „Alles in allem zeigen die Resultate, dass die Euro-Regierungen willens sind, geschlossen den Weg nach vorne anzutreten, aber voraussichtlich braucht es noch mehr Druck von den Finanzmärkten, um ein sofortiges Handeln zu erzwingen“, urteilten die Volkswirte der Citi.

Am Rentenmarkt standen die portugiesischen Staatsanleihen nach dem gesenkten Urteil von S&P unter Verkaufsdruck. Die zehnjährigen Papiere brachen in der Spitze um 2,25 Punkte auf 78,26 Punkte ein. Die Rendite stieg nach Reuters-Daten auf ein Rekordhoch von 8,257 Prozent. „Solch ein Schritt war zwar von vielen erwartet worden, aber wenn es dann passiert, müssen doch noch etliche Investoren aussteigen, weil sie die Papiere mit so einem Rating gar nicht mehr im Portfolio haben dürfen“, sagte ein Händler.

Auch die Kosten für Kreditausfallversicherungen sowie die Risikoaufschläge zur vergleichbaren Bundesanleihe stiegen merklich. Der Bund-Future gab angesichts einer Erholung am Aktienmarkt um 16 Ticks auf 121,99 Zähler nach. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,271 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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