Trotz leicht gesunkener Preise
Ölmärkte weiter angespannt

Die Konflikte im Nahen Osten halten den Ölpreis auf sehr hohem Niveau. Am Montag gaben die Notierungen zwar nach, doch sehen Experten darin noch keine grundlegende Entspannung der Ölmärkte.

HB HAMBURG. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sank bis zum frühen Abend gegenüber dem Kurs vom Freitag um 83 Cent auf 76,20 Dollar. Auch Nordseeöl gab im Tagesverlauf nach. Ein Barrel (159 Liter) kostete 76,76 Dollar, 52 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Händler begründeten den Preisrückgang mit der Annahme, dass der Konflikt um Israel lokal beschränkt bleibe und nicht auf Syrien übergreife.

Experten schließen einen weiteren Anstieg und sogar einen Sprung an die Marke von 100 Dollar je Barrel kurzfristig nicht aus. Die Internationale Energieagentur (IEA) erklärte sich unterdessen angesichts des Nahost-Konflikts grundsätzlich zur Freigabe von Rohöl- Reserven bereit. „Sollte es zu einer Angebotsverknappung kommen, sind wir bereit rasch strategische Reserven freizugeben“, sagte IEA- Generaldirektor Claude Mandil am Montag am Rande des G8-Treffens in St. Petersburg.

„Wenn es hier (im Iran) zu einer Sanktion kommen sollte oder sogar zu einer militärischen Intervention, wird es dort zu Produktionseinbußen kommen und das kann nicht ohne weiteres kompensiert werden“, sagte Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), am Montag in einem Interview mit dem Nachrichtensender n-tv. „Das kann durchaus auch in Richtung hundert US-Dollar pro Barrel gehen.“

Der amerikanische Energieexperte Daniel Yergin sagte in einem Interview mit „Spiegel special“: „Wir leben in einem neuen Zeitalter der Versorgungsangst.“ Die aktuelle Knappheit an Rohöl sei aber kein Hinweis darauf, dass der Welt das Öl ausgehe. Dank technischer Verbesserungen könne die Produktionskapazität noch weiter vergrößert werden, um 20 bis 25 Prozent in den kommenden zehn Jahren. In Zukunft sei Energiesicherheit eine der wichtigsten Herausforderungen der Außenpolitik, sagte Yergin.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) erreichte mit 71,71 Dollar einen neuen Rekordstand. Ein Barrel kostete damit am Freitag 1,33 Dollar mehr als am Vortag (70,38 Dollar), wie das OPEC-Sekretariat in Wien mitteilte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%