Trotz Stützverkäufen durch Firmen Russischer Ministerpräsident erwartet Rezession

Der Rubel legt zu, aber nicht zum Nulltarif. Die Regierung greift zu drastischen Maßnahmen und zwingt Firmen, Devisen zu verkaufen. Doch Ministerpräsident Medwedew sieht kaum mehr Chancen, der Rezession zu entkommen.
Update: 23.12.2014 - 14:33 Uhr 13 Kommentare
Er sieht Ungemach auf das Land zukommen: Dimitri Medwedew, der von Präsident Putin als Ministerpräsident in der zweiten Reihe gehalten wird. Quelle: dapd

Er sieht Ungemach auf das Land zukommen: Dimitri Medwedew, der von Präsident Putin als Ministerpräsident in der zweiten Reihe gehalten wird.

(Foto: dapd)

FrankfurtRusslands Ministerpräsident Dmitri Medwedew befürchtet eine schwere Rezession in seinem Land. Das sagte der Regierungschef am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA. Die russische Wirtschaft leidet unter den internationalen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise und dem massiven Rückgang des Ölpreises. Die Landeswährung Rubel ist dadurch unter Druck geraten. Nach Prognose der Zentralbank könnte das Bruttoinlandsprodukt 2015 um rund 4,5 Prozent schrumpfen.

Zur Stützung des Rubels greift die russische Regierung einer Zeitung zufolge nun auf die Devisenreserven der Staatskonzerne zurück. Fünf der größten staatlichen Exporteure werden dazu angehalten, einen Teil ihrer Devisenreserven auf den Markt zu werfen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus Regierungskreisen. Dies hatte Medwedew per Dekret angewiesen. In den kommenden zwei Monaten könnten die Unternehmen auf diese Weise insgesamt etwa eine Milliarde Dollar pro Tag in den Markt pumpen. „Natürlich steht es den Unternehmen frei, die harten Währungen auch zu behalten“, sagte ein Regierungsmitglied. „Aber dann behalten wir uns auch das Recht vor, ihnen nicht zu helfen, wenn sie harte Zeiten haben.“ Betroffen sind die Energiekonzerne Gazprom, Rosneft und sowie die Diamanten-Produzenten Alrosa und Kristall. Diese sollen bis März 2015 ihren Devisenbestand auf das Niveau von Anfang Oktober zurückführen, erklärte die Regierung. Bis dahin müssen jede Woche ihren Bestand der Zentralbank melden.

Der Rubel wertete nach Bekanntwerden der Pläne zeitweise um fünf Prozent auf. Zuletzt mussten für einen Dollar 54,44 Rubel bezahlt werden. In den vergangenen Tagen waren es zeitweise 80, in der ersten Jahreshälfte hingegen nur 30 bis 35 Rubel. „Wenn die Exporteure angehalten werden, ihre Devisenpositionen nicht zu erhöhen, dann kann das als inoffizielle Wiedereinführung von Kapitalkontrollen angesehen werden“ sagte Wladimir Osakowsky von der Bank of America Merill Lynch. Präsident Wladimir Putin hat Kapitalkontrollen wiederholt abgelehnt.

Die Zentralbank hat nach Angaben von vier Kreditinstituten eigene Aufseher in die Abteilungen für Devisenhandel der größten russischen Banken entsandt. „Wir müssen über alle unsere Aktivitäten berichten“, sagte eine Führungskraft von einer der fünf größten Banken zu Reuters. „Die sind sehr akribisch.“ Ein Regierungsmitarbeiter verteidigte das Vorgehen: „Es gab Panik. Es musste etwas getan werden und wir haben einige Maßnahmen eingeleitet.“

Dank diverser Stützungsmaßnahmen der Zentralbank hat der Rubelkurs sich inzwischen wieder stabilisiert. Doch der Wirtschaft geht es damit noch lange nicht wieder gut. Nach Prognose der Zentralbank könnte das Bruttoinlandsprodukt 2015 um rund 4,5 Prozent schrumpfen. Der Ukraine geht es kaum besser. Das Finanzministerium befürchten im kommenden Jahr einen Einbruch der Wirtschaftsleistung von 4,3 Prozent. „Uns steht ein schwieriges Jahr bevor“, sagte Finanzministerin Natalia Jaresko.

  • rtr
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13 Kommentare zu "Trotz Stützverkäufen durch Firmen: Russischer Ministerpräsident erwartet Rezession"

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  • Doch Ministerpräsident Medwedew sieht kaum mehr Chancen, der Rezession zu entkommen.

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    NOCH ist es Zeit dafür dass man...

    DEN SCHREIBFEDER statt DEN ABZUG AN DER WAFFE BEDIENT !

    Doch an eine Weltpolitik dass sich von der weiter Führung

    der Globalisierung sich immer mehr entfernt und dafür auf

    unlogische und ungesundes Säbel rasten sich bewegt...

    wird es schwer zu erklären sein welchen dramatischen Fehler

    man begeht.

    EIN LETTER OF UNDERSTANDING IST ERFORDERLICH...

    WONACH DIE " KRIM " und " UKRAINE " EINE MILITÄRISCHE FREIE ZONE WERDEN MUSS...muss bewirkt werden...

    dieses wäre besser als irgendwann Friedenserklärungen

    nach einem eventuellen Krieg zu unterschreiben.

    RUSSLAND ARBEITET ABER ZUR ZEIT POLITISCH UNLOGISCH...

    selbst Nikita Sergejewitsch Chruschtschow...

    hat in der CUBA Krise mehr Politischer Sachverstand

    aufgebracht.

    Während das heutige Russland so arbeitet wie das

    Horoskop Zeichen SKORPION...

    das alles bestehende zerstört um es hinterher völlig neu

    nochmal aufzubauen ???

    Wäre schade wenn die Politische Führung in Russland nicht

    erkennen würde wie man echte Weltpolitik betreibt...

    um erschaffenes nicht zu zerstören und damit enorme eigene

    erbrachte Leistungen unnützlich zu verlieren...

    sondern bestehendes zu erhalten und weiterhin aufzubauen.

    Aber man spielt auf politische Kurzsichtigkeit...

    und übersieht dabei...

    dass die aktuelle Regierung in der Ukraine auch keine

    bestehende Zukunft hat.

    EINE ÜBERGANGSLÖSUNG MUSS HER...

    FÜR BEIDE SEITEN AKZEPTABEL !!!

    Wo sind Fähige Welt-Politiker die Sachfähig sind...

    und mit fachliche Qualifikationen den...

    WELTFRIEDEN DEM ERDBALL ERHALTEN können durch gezielter

    fachliche politische Verhandlungen und Verträge ?

    BRAUCHEN WIR VERMITTLUNG DURCH ANDERE PLANETEN...

    weil auf der Erde niemanden mehr es kann ???



  • >> Russischer Ministerpräsident erwartet Rezession >>

    Die Russische Regierung, auch Putin, sind die EIGENTLICHE 5-te Kolonne ( Ami-Schurken, die das Volk blenden und betrügen ) in Russland !

    Die bescheuerten Amis und EUtopia haben mit ihren Aktionen gegen Russland ( Sanktionen, Ukraine-Krieg, Propaganda, etc. ) diese nutzlosen Bastarde wie die Russische Regierung selbst angezählt.

    Seit nunmehr 15 Jahren labert die Clique von Wirtschaftsaufbau in Russland und verschiebt die Staatsgelder auf eigene Konten in Offshore-Gebieten.

    Das eigentliche Wirtschaftswachstum Russlands hat eigentlich nur auf Ölpreiszunahme basiert.

    Der Ölpreis ist in letzten Jahren bis 2014 kontinuierlich um 7 bis 8 % gestiegen....das war auch das Wirtschaftswachstum Russlands.

    Mehr haben die Gauner NICHT in Petto. Die Zeit der Offenbarung ist angebrochen.

    Die Russische Regierung ist auch nichts anderes, als die Janukowitsch-Regierung in der Ukraine war...Diebe und Gauner, die das Volksvermögen ausplündern !

    Mit dem GELENKTEN Rubelverfall haben sie auch die Haushaltskasse schlagartig vergrößert : die $-Einnahmen sind nach dem neuen Kurs plötzlich das Doppelte wert....und der Russische Staatshaushalt basiert zunehmend auf den $-Einnahmen aus Rohstoffverkäufen im Westen.

    Jetzt kann diese Bande sogar Rubel veruntreuen...denn sie haben einen Überfluß davon.

  • "Und eine eigene Währung/Währungsraum wär der richtige Schritt dazu.".. aber an anderer Stelle gegen die EU/EURO-Raum wettern. *g*

  • Die Amis führen einen Krieg mit China und die Russen sind
    dazwischen mit ihren Rohstoffen. Beide die USA und die Chinesen sind nicht gerade Freunde von den Russen. Kann eine harte Zeit für sie werden.

  • Welche Vorteile hat Deutschland denn, wenn Rußland - bedingt durch die Sanktionen - in die Rezession rutscht? Welchen Gewinn haben wir, wenn die Ukraine zur EU kommt ?

  • Wenn es wirklich stimmt, daß Gazprom & Co gegen den Rubel spekuliert und Dollar gegen Rubel gekauft haben und daß sie dann, als der Rubel gefallen war, Rubel gegen Dollar zu weit niedrigeren Kursen zurückgekauft haben, haben sie ein gutes Geschäft gemacht.

    Sie werden es uns natürlich nicht auf die Nase binden, wie hoch ihr Gewinn bei diesen Devisentransaktionen gewesen ist, ich könnte mir aber vorstellen, daß Anfang Januar, im Vorfeld von Epiphanias, dem ostkirchlichen Weihnachten, die Krimsektkorken in den Vorstandsetagen knallen werden. Zum Wohle!

  • sehr gute Idee. Wie oft haben sich die Schwellenländer schon getroffen in 2014. Nur sie können sich auf so gut wie gar nichts einigen. Kein Wunder bei so grundverschiedenen Staaten...

  • @Ellis Müller
    Diesen europäischen Patriotismus wurde den Europäern durch Öko-Sozialisten im Europäischen Parlament per Einheitsbrei Diktat aberzogen. Und in Deutschland wird der Patriotismus durch Grün-Rot im schwarzen Ethik-Merkel Gewand uns Deutschen schon seit Jahren Medien-Politisch aberzogen.
    EU-Deutschland ist politisch so gesteuert, dass es für die Bürger keine Identifikation mehr gibt. Genderwahn der Grün-Sozialisten oder Zuflucht und Verständis für IS Terroristen oder die Vernichtung unserer Wirtschaft mit der Energiewende (EEG-Diktatgesetz) oder die Verschuldung der EURO Zone mit immer mehr ESM Rettungspakete auf Kosten des Steuerzahler und zur Befriedigung der Zockerbanken/Investoren.

  • Da stelle ich mir gerade die Frage: hätten denn die Euroländer genügend Devisenreserven und auch eigene Firmen, um so handeln zu können? Ich befürchte nein. Wurde schon alles ausverkauft an "Investoren". Deshalb muss im Euroland der Steuerzahler ran, Firmen zahlen selten Steuern.
    Vielleicht ist Russland uns nicht nur in der Beziehung überlegen. Niemand sollte den Patriotismus der Menschen unterschätzen. Woher aber soll/kann ein Patriotismus in Europa kommen? Wieviel Identifikation der Völker mit ihrem Land, Europa gibt es noch?

  • Wir brauchen keinen zweiten kalten Krieg mit Russland. Europa sollte seinen eigenen Weg gehen und sollte nicht fremdgesteuert werden. Über die wahren Gründe wird nicht gesprochen.
    ...Rohstoffbörse in Rubel u.Yen...wurde in Sanktpetersburg vor ca. 4 Jahren eröffnet...Resoursenwege über die Ukraine kontrollieren...kein Natoland sollte Russland grenzen...es war Russland versprochen...es gibt noch sehr viele Punkte die man hier noch schreiben könnte...
    Es geht niemals um die Menschen, es geht immer um die Interessen der Staaten.

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