Türkische Währung: Hoffnung auf Zinserhöhung hilft türkischer Lira

Türkische Währung
Hoffnung auf Zinserhöhung hilft türkischer Lira

Spekulationen auf eine Zinserhöhung in der Türkei stoppen vorerst den Kursverfall der Lira. Damit ist der erste Schritt getan, um die Währung zu stabilisieren. Jedoch muss das Land die Investoren zurückgewinnen.
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FrankfurtSpekulationen auf eine kräftige Zinserhöhung in der Türkei haben den Kursverfall der Lira vorerst gestoppt. Ein Dollar kostete am Dienstag 2,2679 Lira. Am Vortag war die Lira noch auf ein Rekordtief gefallen - in der Spitze mussten 2,39 Lira für den Greenback gezahlt werden. Die Mitglieder der türkischen Zentralbank wollten im Lauf des Tages zu einer Krisensitzung zusammenkommen - Experten rechneten mit einer aggressiven Zinserhöhung um 225 Basispunkte auf zehn Prozent. Derzeit notiert der Zins, den Banken zahlen, wenn sie sich über Nacht Geld leihen, bei 7,75 Prozent. Der eigentliche Leitzins liegt bei 4,5 Prozent. Auch hier schließen Analysten eine Erhöhung nicht aus.

„Eine kräftige Zinserhöhung ist längst überfällig und wäre der erste Schritt, um die Lira zu stabilisieren“, urteilten die Analysten der Metzler Bank. Allein seit Jahresanfang hat die türkische Währung fast zwölf Prozent an Wert verloren. Viele Anleger zogen ihr Geld zuletzt aus der Türkei und anderen Schwellenländern ab, weil die Straffung der US-Geldpolitik Investitionen in den USA wieder attraktiver macht. Ob die US-Notenbank ihre monatlichen Geldspritzen von derzeit 75 Milliarden Dollar weiter zurückfährt, wird sie am Mittwoch zum Abschluss ihrer zweitägigen Sitzung verkünden. Die Fed hatte im Januar mit einer Reduzierung ihrer milliardenschweren Anleihenkäufe begonnen.

Um das Vertrauen der Investoren wiederherzustellen, sei - neben einer Zinserhöhung - jedoch auch mehr Klarheit notwendig, wie sich die innenpolitische Situation weiter entwickle, mahnte ein Händler. Die im Dezember bekanntgewordenen Korruptionsermittlungen, die bis in das Umfeld von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan reichen, hatten die Währung in den vergangenen Wochen ebenfalls stark belastet. Unter Erdogan, der drei Wahlen gewonnen hat, erlebte die Türkei einen Wirtschaftsboom. Zur Finanzierung ihres Wirtschaftswachstums ist die Türkei allerdings stark von ausländischem Kapital abhängig.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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