Devisen + Rohstoffe
Turbulenzen beim ungarischen Forint

Investoren sind verunsichert, weil ihnen der Kurs der Nationalbank nicht geheuer ist.

rev BUDAPEST. Die Ungarische Nationalbank (MNB) hat bei Investoren und Analysten beträchtlich an Vertrauen verloren. Grund dafür sind verschiedene Entscheidungen der MNB, die sowohl zur Stärkung als auch zur Schwächung der Landeswährung Forint beitrugen. Analysten der Londoner Economist Intelligence Unit meinten, sie könnten gegenwärtig nicht erkennen, welchem Kurs die Nationalbank eigentlich folge.

Es begann damit, dass die MNB vor wenigen Wochen den mittleren Wechselkurs des Forint zum Euro als Richtwert um 2,26 % von 276,10 auf 282, 36 verschob. Die Folge war, dass der Forint am Devisenmarkt stark an Wert verlor und zeitweise mit Kursen zwischen 268 und 269 zum Euro notierte, nachdem er in den Monaten zuvor bei Werten zwischen 245 und 255 gelegen hatte. Diese Entscheidung erfolgte unter Druck der linksliberalen Regierung von Premier Peter Medgyessy, die einen starken Forint als Hindernis für die Förderung des Exports und generell für die Ankurbelung des Wirtschaftswachstums ansieht.

Dann wiederum erhöhte die Nationalbank am 10.6. und 19.6. die Leitzinsen um insgesamt 300 Basispunkte auf 9,5 %, was eine Stärkung des Forint nach sich zog. Mit gut 263 Forint zum Euro hat er aber noch nicht die alte Stärke erreicht. Die Budapester Analysten der DG Bank schlossen daraufhin in ihrem jüngsten Wochenbericht weitere Zinserhöhungen nicht aus. Sie und andere Beobachter im In- und Ausland fragen sich aber generell, wohin denn die Reise künftig gehen werde.

Tatsächlich hatten die Zentralbank und ihr Präsident Zsigmond Jarai immer wieder betont, dass für sie ein starker Forint das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Inflation sei. Jarai nannte in diesem Zusammenhang einen Kurs des Forint zum Euro zwischen 250 und 260 als Richtschnur. Andererseits hat sich die Zentralbank verwundbar gemacht, indem sie dem Druck der Regierung zur Verschiebung des mittleren Wechselkurses und damit zur Schwächung des Forint nachgab. Künftig, so meinen Analysten, werde sie es schwer haben, nicht erneut in den Sog der Regierungspolitik zu geraten.

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