Überhitzung befürchtet
Experten warnen vor Rückschlag beim Gold

Der Goldpreis ist nach dem steilsten Preisanstieg seit zwei Jahrzehnten auf über 600 Dollar auf dem Rückzug. Experten warnen vor einer Überhitzung des Goldmarktes. Der Höhenflug des Goldes wurde durch die Spannungen im Nahen Osten, Inflationssorgen und die hohen Ölpreise angeheizt.

dpa HAMBURG. Am Freitag wurde die Feinunze Gold in London mit 589,75 Dollar gefixt nach 592,50 Dollar am Vortag. Gold zur Juni-Auslieferung fiel am New Yorker Warenterminmarkt Comex, einer Sparte der New York Mercantile Exchange, zum Wochenschluss um 1,1 Prozent auf 588,40 Dollar. Der Juni-Kontrakt hatte am Donnerstag im Tagesverlauf zeitweise 601,90 Dollar erreicht und damit den höchsten Stand seit 1981. Gold hatte im Januar 1980 mit 850 Dollar seinen Höchststand erreicht.

Auch Goldminen-Aktien kamen nach ihrer teilweisen Kursverdoppelung während der vergangenen zwölf Monaten unter Druck. „Die Luft nach oben ist beim Goldpreis inzwischen sehr dünn“, sagte Werner Becker von Deutsche-Bank-Research der „Berliner Zeitung“. „Ich halte die Rückschlag-Gefahr derzeit für ausgesprochen hoch.“ Die Inflationsängste im Markt seien übertrieben. Noch nie habe sich der Goldpreis lange über der Marke von 550 Dollar halten können. Es spreche deshalb viel dafür, dass er wieder unter dieses Niveau zurückfalle, sagte Becker.

Ähnlich wie Becker beurteilt der Geschäftsführer des Hanauer Edelmetall- und Technologiekonzerns Heraeus, Hans-Günter Ritter, die Lage: „Die Anleger sind gut beraten, vorsichtig zu bleiben. Gewinnmitnahmen wären in der aktuellen Situation nicht verkehrt.“ Eine Weile werde der Boom allerdings vermutlich noch andauern.

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