Ukraine-Krise: Rubel nach Gefechten erneut auf Talfahrt

Ukraine-Krise
Rubel nach Gefechten erneut auf Talfahrt

Der Rubel verliert weiter an Wert: Nach den Angriffen am Wochenende auf die strategisch wichtige Stadt Mariupol und neuen Sanktionsdrohungen von US-Präsident Barack Obama kostet ein Dollar am Montag bereits 65,8 Rubel.
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MoskauAngesichts der Gefechte in der Ostukraine und neuer Sanktionsdrohungen gegen Russland beschleunigt sich der Verfall des Rubel. Die russische Währung brach am Montag erneut um mehr als drei Prozent ein. Für einen Dollar gab es morgens 65,8 Rubel.

Am Wochenende hatte ein Raketenangriff auf die von ukrainischen Truppen gehaltene Stadt Mariupol 30 Zivilisten in den Tod gerissen. Die Attacke wird den prorussischen Rebellen zugeschrieben. Der Westen vermutet russische Unterstützung mit Waffen und Militär für die Separatisten, was Moskau bestreitet.

Die russische Währung hatte wegen der bereits verhängten Sanktionen und wegen des Rückgangs beim Ölpreis im vergangenen Jahr bereits die Hälfte ihres Werts eingebüßt. US-Präsident Barack Obama erklärte am Sonntag, sein Land werde gemeinsam mit europäischen Partnern den Druck auf Russland erhöhen. Die EU will die Lage am Donnerstag beraten.

Die Kämpfe um die Ostukraine haben seit Frühjahr 2014 mindestens 5100 Menschen das Leben gekostet. Im September war eigentlich ein Waffenstillstand ausgehandelt worden, den Russland vergangene Woche bei Gesprächen in Berlin auch bekräftigte. Die Rebellen kündigten das Abkommen jedoch unmittelbar danach auf. Die Kämpfe sind so intensiv wie seit Monaten nicht mehr.

Die am Schwarzen Meer gelegene Stadt Mariupol gilt als strategisch wichtiges Verbindungsglied zwischen dem Rebellengebiet und der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Am Montagfrüh gab es dort keine Kämpfe. Die Straße von Mariupol ins Rebellengebiet war von ukrainischen Regierungstruppen abgeriegelt.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • Um dermaßen ungezielt und dumm Raketen in ein Wohngebiet zu schießen, bracht man keine besondere Unterstützung technischer Art für Aufklärung und Zielerfassung. Es handelt sich wohl auch nicht um den Startschuss für einen Generalangriff auf Mariupol. Der hätte erstens wohl Verteidigungsstellungen der ukrainischen Armee gegolten, und zweitens hätten in Folge weitere Kampfhandlungen stattgefunden. Vielleicht finden solche ja statt, aber niemand berichtet davon. Also finden wohl doch eher keine statt. Wer weiß das schon?

    Auf jeden Fall liegt es sehr viel näher, in dem Beschuss einen vielleicht persönlich motivierten Racheakt durch den Kommandeur einer Abschussrampe für die zivilen Opfer in Donezk zu vermuten. Warum soll der Kommandeur, wenn es sich um eine eigenmächtige Handlung handelte, betrunken gewesen sein, wie schon gemutmaßt wurde? Vielleicht hat ihm nur eine gewisse Verzweiflung den Verstand geraubt. Damit stünde er nun wahrlich nicht allein, wie schon der Bürgerkrieg in der Ostukraine an sich Tag für Tag beweist.

    Dass einige ost-ukrainische Separatisten der regulären Armee der Ukraine nur mit massiver russischer Unterstützung einen solch lang anhaltenden Widerstand entgegensetzen können und sogar selbst in die Offensive gehen, kann bei auch nur marginaler Bemühung des Verstandes niemand bezweifeln. Doch dass es für diesen Beschuss von Mariupol russischen Know-Hows und spezieller russischer Technik bedurft hätte, sieht man von den Grad-Raketen einmal ab, die aber in diesem Krieg auch schon zum 08/15-Standard gehören - ist einfach nicht schlüssig.

    Es ist richtig, den Druck gegenüber Russland aufrecht zu erhalten, solange nicht endlich ein ehrliches Bemühen um eine Lösung zum Frieden erkennbar ist, aber Russland selbst da eine direkte Beteiligung an kriegerischen Handlungen zu unterstellen, wo sie nicht nur nicht nachweisbar ist, sondern sogar völlig sinnlos und gegen russische Interessen gerichtet erscheinen muss, stellt die eigene Objektivität sehr in Frage.

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