Ukrainische Finanzkrise: Zentralbank verbietet Banken Devisenkauf

Ukrainische Finanzkrise
Zentralbank verbietet Banken Devisenkauf

Der ukrainische Devisenmarkt ist geschlossen. Um den Absturz der nationalen Währung stoppen ist es Banken im Land vorerst bis zum Ende der Woche verboten, für Kunden Devisen zu kaufen. Die Regierung ist fassungslos.
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KiewDie ukrainische Zentralbank hat den Geldinstituten im Land verboten, für ihre Kunden Devisen zu kaufen. Diese Anordnung gelte bis Freitag, teilte die Zentralbank am Mittwoch mit. Mit der ungewöhnlichen Maßnahme reagiert sie auf den enormen Absturz der Landeswährung Hrywnja, die seit Jahresbeginn bereits mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren hat.

Im Kampf gegen den Verfall der Hrywnja und die Kapitalflucht aus dem Land hatte die Zentralbank erst am Montag den Devisenhandel eingeschränkt. Bei Transaktionen im Rahmen des Imports, die 50.000 Dollar (rund 44.000 Euro) überschreiten, muss seither eine Genehmigung der Notenbank eingeholt werden.

Die jüngste Maßnahme der Notenbank stieß auf scharfe Kritik der Regierung. „Die Zentralbank hat ohne Rücksprache den Devisenmarkt faktisch geschlossen“, erklärte Ministerpräsident Arseni Jazenjuk. „Das wird nicht helfen, die Währung zu stabilisieren, und könnte einen negativen Einfluss auf die ukrainische Wirtschaft haben.“ Die ukrainische Wirtschaftsleistung war 2014 um 7,5 Prozent geschrumpft, für 2015 ist ein Minus von fünf Prozent prognostiziert.

Der offizielle Wechselkurs der urkainischen Währung wurde am Mittwoch mit 28,04 Hrywnja für einen Dollar angegeben. Zu Jahresbeginn waren es 16,32 Hrywnja, vor anderthalb Jahren lediglich sieben. Im Interbankenhandel mussten am Dienstagabend allerdings 33,5 Hrywnja für einen Dollar gezahlt werden, in Wechselstuben in Kiew waren es am Mittwoch 34 Hrywnja.

Der Verfall der Währung geht mit einer enormen Inflationsrate einher, die den Verbrauchern enorm zu schaffen macht. Für die Regierung wiederum wird es immer schwieriger, ihre Schulden im Ausland zu bedienen. Zugleich wird der Staatshaushalt durch den anhaltenden gewaltsamen Konflikt mit prorussischen Rebellen im Osten des Landes belastet. Die Ukraine kämpft inzwischen gegen den Staatsbankrott.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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