Umfrage
Deutsche Anleger horten Gold

Staatsverschuldung, Bankenrettungen, Rettungsschirme, Euro-Turbulenzen - die täglichen Schlagzeilen lassen viele Anleger um den Geldwert fürchten. Immer mehr Deutsche investieren deshalb in Gold.
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FrankfurtImmer mehr Deutsche wollen Gold kaufen. „Ihre Angst vor Geldwertverlust treibt sie zum Kauf“, sagt Finanzprofessor Jens Kleine von der Steinbeis-Universität Berlin. Er hat das Kaufverhalten der Deutschen untersucht. Die Ergebnisse der Umfrage unter rund 4300 Verbrauchern in diesem Herbst liegen dem Handelsblatt vor.

37,5 Prozent der Befragten planen Käufe in den kommenden drei Jahren, deutlich mehr als bei einer Umfrage im vergangenen Jahr. „Die Menschen sehen Gold als Versicherungsschutz in der Krise“, sagt Kleine. Anfragen bei Goldhändlern bestätigen die Ergebnisse der Umfrage. „Die Kaufneigung bleibt hoch, aber auf dem hohen Preisniveau ordern die Kunden eher zögernd“, sagt Martin Siegel, Metallhändler und Fondsverwalter. Er beobachtet auch eine wachsende Zahl von Erstkäufern. Deshalb ist auch Platz am Markt für die vielen neuen Edelmetallhändler.

Die Deutschen haben laut der Steinbeis-Studie aus dem Vorjahr durchschnittlich rund 130 Gramm in Gold investiert, damals etwa 2,8 Prozent ihres Gesamtvermögens. Seit Beginn der Goldhausse zur Jahrtausendwende hat sich der Preis in der Spitze verachtfacht. Nach einem Höchststand im August von über 1900 Dollar je Unze steht der Preis nun bei 1700 Dollar.

Die Kunden scheinen jetzt offensiver vorzugehen, was die eingesetzten Mittel angeht. „Bisher haben sie vor allem mit Geld aus laufendem Einkommen gekauft oder Teile des Sparkapitals eingesetzt“, sagt David Reymann, Vertriebsleiter beim großen Metallhändler Pro Aurum. Nun verhalten sich die Interessenten seinen Beobachtungen nach anders. Es wird aggressiv umgeschichtet, wie Reymann beobachtet: „Manche Kunden kündigen Lebensversicherungen vorzeitig mit allen wirtschaftlichen Nachteilen, nur um dann das ganze Geld in Edelmetalle anzulegen.“

Dahinter stehe pure Angst. Sorgen bereiteten die zunehmenden Meldungen über Staatsverschuldung, Bankenrettungen, Rettungsschirme, Euro-Turbulenzen. „70 Prozent der Befragten haben Angst vor steigender Inflation, 54 Prozent fürchten sogar eine Währungsreform“, sagt Martin Hüfner, Chef-Volkswirt beim Vermögensverwalter Assenagon und Mitautor der Studie. Eine große Mehrheit der Umfrageteilnehmer betrachte Gold als Rettungsanker.

Kommentare zu " Umfrage: Deutsche Anleger horten Gold"

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  • Das Bankschließfach ist die DÜMMSTE Wahl !

    Dort ist schnell mal Schicht im Schacht und die Bank ist zu - weil der Staat ein gesetz erlassen hat..

    Dann ist das Gold weg - aber gut...und so einem Fall ist auch die Demokratie passe.....

    Der FRIEDE ist das wichtiste was wir habne, und dieser möge erhalten bleiben !

  • Herr AS1, Ihre Begründungen für die Prognosen sind oft fundamental falsch. Sie verdrehen zu viele Tatsachen. Oder anders ausgedrückt, Sie biegen sich das so hin wie Sie es gerade brauchen. Sie haben es nicht ein einziges Mal widerlegen können, dass eine Krise eine Deflation auslöst. Sie überspringen einfach die Zeit. Dass eine Inflation auf die Deflation irgendwann folgen wird, ist keine Kunst vorherzusagen, obwohl Japaner, Thailänder und Argentinier sich dabei verschätzt haben.
    Sie sind doch so ein Fan der Geschichte. Jede Krise verursacht eine Deflation. Dadurch sinkt die Basis. Wenn dann wieder anstatt gespart vorzugsweise investiert wird, erhöht sich die Geldmenge im Umlauf und es kommt zur Inflation. Damit steht fest, um es auf den Punkt zu bringen: Erst fällt ist, dann steigt es. Inwieweit es fällt oder steigt, die Antwort überlasse ich Spekulanten.

    Schuldenabbau…ich denke, Sie wissen wie unser Papiergeld-System funktioniert, wieso denken Sie dann, dass es irgendjemanden tatsächlich interessiert die Schulden abzubauen? Mal wieder erkennt die Masse nicht die wahren Absichten.
    Die Frage ist wie bringen ich viele unterschiedliche Staaten, jedes mit eigener Sprache, Kultur, Wirtschafts- und Sozialpolitik u.a. dazu dies aufzugeben für eine gemeinsame Idee namens EU bzw. USE?! Die Antwort lautet: Genau so wie es gerade vonstatten geht. Sie haben teils recht. Es wird ein Reset geben, aber erst dann, wenn alle in der EU den Euro und Eurobonds haben. Wie immer ist es eine Frage des richtigen Timings.

  • Jemand Interesse am Vortrag "Ursachen und Lösungen zur Finanzkrise - Warum Sie mit Gold höchstwahrscheinlich als Gewinner hervorgehen werden"? Würde so ein Tages-Seminar anbieten. Mail an "forreg@freenet.ch". Gruß

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