Umfrage unter Notenbanken
Devisenumsatz steigt auf 3,2 Billionen Dollar

Die täglichen Umsätze am Devisenmarkt sind zwischen 2004 und 2007 um über 70 Prozent auf 3,2 Billionen Dollar gestiegen. Das ist das Ergebnis der jüngsten Umfrage der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) unter 64 Notenbanken. Deutschland büßte allerdings an Bedeutung als Handelsplatz für Devisen ein.

noh FRANKFURT. Die BIZ erhebt das Marktvolumen alle drei Jahre; die Stichprobe erfolgt jeweils im Monat April. So stark ist der Umsatz seit Beginn der Umfragen noch nie gewachsen. Ebenso stark hat der Umsatz mit außerhalb der Börsen gehandelten Finanzderivaten zugelegt – auf nun 2,1 Billionen Dollar pro Tag.

Bei der Zusammensetzung des Devisenumsatzes nach Einzelwährungen änderte sich nicht viel. Zwar sanken die Anteile des US-Dollars leicht. Die Devise war an 86,3 Prozent beziehungsweise 16,5 Prozent aller Devisentransaktionen auf einer der beiden Seiten beteiligt. Der Rückgang hing aber nach Angaben der BIZ vor allem damit zusammen, dass der Dollar im Vergleich zu den meisten übrigen Währungen abwertete. Der Anteil des Euros blieb annähernd konstant bei 30 Prozent, das britische Pfund war bei 15 Prozent der Transaktionen beteiligt.

Zunehmend wird die europäische Gemeinschaftswährung direkt – ohne Umweg über den Dollar – in andere Währungen getauscht. Im Jahr 2001 traf das nur bei 27 Prozent der Euro-Transaktionen zu, 2004 waren es 29 Prozent und 2007 schon 37 Prozent.

Deutschland büßte allerdings an Bedeutung als Handelsplatz für Devisen ein. Von Rang fünf im Jahr 2004 rutschte Deutschland auf Rang neun ab und liegt damit erstmals hinter Frankreich, Australien und Hongkong. Der Marktanteil von Händlern mit Sitz in Deutschland lag im April nur noch bei 2,5 Prozent, halb so hoch, wie vor drei Jahren. Mit weitem Abstand vor den zweitplatzierten USA behauptete Großbritannien mit dem Finanzzentrum London den ersten Platz mit einem Marktanteil von über einem Drittel.

Noch größer ist die Londoner Dominanz im Derivatehandel. Hier beträgt der Marktanteil 42,5 Prozent, fast doppelt so viel wie derjenige der USA, mit ihrem Handelszentrum New York. Hier liegt Deutschland hinter Frankreich auf Rang vier.

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