Umtauschfrist endet: Der Franc ist tot, es lebe der Franc!

Umtauschfrist endet
Der Franc ist tot, es lebe der Franc!

Mit dem heutigen Tag geht in Frankreich die Umtauschfrist für alte Franc-Geldscheine zu Ende. Doch mancher Euro-Skeptiker wünscht sich die alten Scheine zurück.
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ParisDie Zeit wird für alle, die ihre Drucke bekannter französischer Persönlichkeiten noch in schnöde Euro-Scheine umtauschen möchten, knapp: Denn heute endet die Frist für die Rückgabe von alten Franc-Noten in Euro-Bargeld. Ab morgen gilt nicht mehr der aufgedruckte Wert von 500 oder 20 Francs, geteilt durch 6,55 - der Umtauschkurs zum Euro -, sondern nur noch der Brennwert. Und der ist wesentlich niedriger. Wer sein Altpapier noch loswerden möchte, muss sich aber in eine Zweigstelle der Banque de France oder des französischen Trésor bemühen; die Geschäftsbanken nehmen sie nicht an.

Das Ende des Franc trifft zeitlich genau zusammen mit der Debatte so mancher Euro-Skeptiker über die Wiedereinführung der Drachme in Griechenland, der D-Mark in der Bundesrepublik oder auch des Franc in Frankreich. Hier träumen vor allem die extreme Rechte und Teile der äußersten Linken von einer Rückkehr zum alten Geld.

Doch mit all dem hat das Ende der Franc-Noten als Wertaufbewahrungsmittel nichts zu tun, selbst wenn es wie ein gezieltes politisches Statement wirken mag. In Frankreich ist es schlicht so, dass zehn Jahre nachdem eine Serie von Banknoten durch eine neue ersetzt wird, die Frist für den Umtausch in die neuen Geldscheine endet. Auch Griechenland will den Umtausch beenden, im Gegensatz zur Bundesrepublik.

Da Anfang 2002 das Euro-Bargeld eingeführt wurde, erwischt es nun die letzten Franc-Scheine. Sie werden in der Druckerei der Banque de France in Chamalìeres im Massif Central vernichtet.

Die meisten Franzosen haben allerdings nicht bis heute gewartet. Man schätzt, dass im vergangenen Jahr nur noch alte Scheine im Wert von umgerechnet rund 600 Millionen Euro im Umlauf waren. Das ist nur ein Bruchteil des ursprünglichen Umlaufs an Franc-Scheinen, der Ende 2001 umgerechnet 31 Milliarden Euro ausmachte. Die Franzosen hängen weniger an ihren alten Scheinen als die Deutschen, die noch rund 6,5 Milliarden Mark horten. Dabei wird in Frankreich noch immer auf vielen Kassenbons der Rechnungsbetrag in Franc umgerechnet aufgedruckt. Aber das hat weniger mit Nostalgie als mit Dienst an den Kunden zu tun, die nicht in Euro rechnen können. Oder wollen.

Seit September wurden Drucke von Pierre und Marie Curie (500 Franc), Gustave Eiffel (200), Paul Cezanne (100), Antoine de Saint-Exupéry (50) und Claude Debussy (20 Franc) im Wert von 44 Millionen Euro zurückgegeben, sagte gestern eine Sprecherin der Banque de France.

Nach Ablauf der Umtauschfrist können keine Forderungen mehr an die Banque de France geltend gemacht werden, so dürfte sich also ein hübscher Gewinn von mehreren Hundert Millionen Euro aus dem Gelddrucken ergeben. Den Brennwert nicht eingerechnet.

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

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  • Sehr geehrte Handelsblatt-Redaktion:

    Ich bin selber Journalist und Wirtschaftswissenschaftler, und darf mir ein Urteil über Ihre Arbeitsweise erlauben:

    Ich finde es erschreckend wie Sie seriösen Journalismus aufgeben haben, denn Aufgabe des Journalismus ist die Aufklärung, und nicht die Propaganda.

    Wer die deutsche Medienlandschaft beobachtet, wird feststellen wie inzwischen fast jeder als "rechtsradikal" von Ihnen und anderen Presseorganen diffamiert wird, der sich gegen illegale Geschäfte unserer Regierung richtet.

    Sie wissen sehr gut, liebe Handelsblatt-Redaktion, dass der Euro längst tot ist. Sie wissen ebenso, dass er jedoch im Ausrauben der Nationen (Deutsche Steuergelder in Milliardenhöhe unter Bruch der EU-Verfassung Art. 126 an Privatbanken zu transferieren unter Verletzung jeglicher demokratischer Norm), noch sehr aktiv ist. Der Euro ruiniert Europa, Sie wissen das sehr gut und es erhebt sich die Frage, wer in Wahrheit "rechtsradikal" ist? Sicherlich nicht die Menschen, die die Lügen ihrer Politiker und Presse nicht mehr glauben.

    Vor wenigen Tagen haben mehrere Professoren, darunter der ehem. Leiter der Abt. Geld und Kredit im Bundeswirtschaftsministerium Prof. Dr. Hankel, der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Schachtschneider u.a. sich öffentlich beschwert und Strafanzeige gegen Ihre Kollegen der Stuttgarter Zeitung angekündigt, da auch diese Herren dort als "rechtsradikal" diffamiert werden.

    Auch ich, sehr geehrte Redaktion, bin dafür das Euro-Abenteuer zu beenden, zurück zur Vernunft zu finden und die Angriffskriege bzw. Angriffe auf Libyen, Afghanistan und Pakistan zu beenden. Ich fühle mich durch Ihre Behauptung, vorwiegend "rechtsradikale" seien gegen den Euro, diffamiert und in meiner Würde verletzt. Verehrte Redaktion: Wer sich gegen Regierungskriminalität,gegen Kriege und Raub wehrt, ist nicht rechtsradikal. Das sind eher diejenigen die all das unterstützen.

    mit vzgl. Hochachtung

    Andreas Schlüter

  • Bodenlose Unverschämtheit vom Handelsblatt - Diffamierung redlicher Bürger. Hier werden EURO-Gegner als Links bzw Rechtsradikal denunziert. Das passt alles genau zu dem EU-System. Im Gegenteil, die EU wird wohl demnächst ihre Gestapo-Truppen losschicken um diesen verheerenden Wahnsinn durchzusetzen. Das Handelsblatt kann sich als Handlanger rühmen!

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