Undurchsichtige Preisgestaltung
Der Ölpreis fällt, der Spritpreis steigt

Der Preis für Öl der Sorte Brent fiel zeitweise unter 100 Dollar pro Barrel. Die Opec geht von sinkender Nachfrage aus. Dennoch steigen die Benzinpreise in Deutschland – weil die Anbieter draufschlagen.
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FrankfurtDie Furcht vor einer weltweiten Rezession hat den Ölpreis am Dienstagmorgen fallen lassen. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich um bis zu 4,8 Prozent auf ein Sechs-Monats-Tief von 98,74 Dollar je Barrel. Das US-Öl WTI brach sogar um bis zu sieben Prozent auf 75,71 Dollar ein und war damit so günstig wie seit September 2010 nicht mehr.

Die Opec fördert mehr als ein Drittel der weltweiten Ölmenge. Die Internationale Energieagentur (IEA) legt ihren nächsten Bericht zur Entwicklung auf den weltweiten Ölmärkten am Mittwoch vor.

Die Experten der Commerzbank schätzen, dass viele Anleger wegen der hohen Unsicherheit Risikopositionen abbauen dürften. Rohöl zählt zu den riskanteren Anlageklassen an den Finanzmärkten. „Kurzfristig ist von weiteren Verlusten auszugehen“, schreibt die Commerzbank in einem Kommentar. Mittelfristig dürften die Ölpreise jedoch Unterstützung durch das Ölkartell Opec erhalten, das einem fortgesetzten Preisrückgang kaum tatenlos zuschauen dürfte. „Die meisten Opec-Staaten sind nach der Erhöhung der Staatsausgaben auf Ölpreise zwischen 80 und 100 Dollar angewiesen.“

Wegen der unsicheren Konjunkturlage wird die Nachfrage nach Öl nach Einschätzung der Opec in diesem Jahr langsamer zulegen als bislang erwartet. „Dunkle Wolken über der Wirtschaft beeinflussen bereits die Richtung des Marktes“, erklärte die Organisation Erdölexportierender Länder am Dienstag. Das Kartell senkte seine Prognose für das Wachstum um 150.000 Barrel pro Tag auf rund 1,2 Millionen Barrel täglich. 2012 erwartet die Opec, dass die Nachfrage gleichfalls etwas geringer auf nun rund 1,3 Millionen Barrel pro Tag zunehmen wird. Steigende Energiepreise tragen demnach zur Dämpfung bei.

Die Autofahrer haben bislang kaum von den fallenden Rohölpreisen profitiert. Zwar fiel der Preis für Superbenzin in der vergangenen Woche um etwa sechs Cent auf 1,50 Euro pro Liter. Doch in dieser Woche steigt der Preis wieder. Allein heute waren es etwa fünf Cent, die die Anbieter aufschlugen. Insgesamt kostet ein Liter Super im Moment durchschnittlich 1,53 Euro. Bei Diesel ist es nicht anders: In der vergangenen Woche ging der Preis im Durchschnitt um fünf Cent zurück auf 1,35 Euro pro Liter. Diese Woche gehen die Preise wieder hoch - und das obwohl die Ölpreise wie in den Tagen zuvor sinken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ist weniger Verbrauch tatsächlich die Lösung für die Preisgestalltung am Markt? Glaub ich nicht. Da egal was weniger verbraucht wird: Strom, Wasser usw. die Anbieter trozdem Gewinn machen müssen. Also fahre ich weniger und das Benzin wird trozdem teurer. Ich verbrauche weniger Strom und der wird trozdem teurer.

    Man muss dann wohl den Konsum ganz einstellen.

  • Ich bin dabei, wo und wann fangen wir an. Sollte man in Facebook evtl. groß machen. Oder ?????

  • Die Konzerne können diese Preise erzielen, weil der Verbraucher es möglich macht. (Nämlich das teure Zeug tankt, statt Bus oder Fahrrad zu fahren)

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