Unerwartet gute US-Konjunkturdaten treiben Dollar an
Euro-Kurs gibt weiter nach

Wieder angeheizte Spekulationen auf eine deutliche und rasche weitere Zinserhöhung in den USA haben am Dienstagnachmittag dem Dollar kräftigen Auftrieb geben.

HB FRANKFURT. Der Euro, der am Morgen noch von guten deutschen Konjunkturdaten profitiert hatte, fiel um gut einen US-Cent auf 1,2050 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte noch vor der Veröffentlichung überraschend starker US-Konjunkturdaten den Kurs der Gemeinschaftswährung mit 1,2168 Dollar ermittelt. „Das Risiko ist jetzt eindeutig auf der Unterseite“, sagte ein Händler in Frankfurt.

Das private US-Forschungsinstitut Conference Board hatte kurz nach Börsenbeginn an der Wall Street einen unerwartet deutlichen Anstieg des Verbrauchervertrauen in den USA bekannt gegeben. Der Index kletterte im Juli auf 106,1 von revidiert 102,8 Punkten im Juni und damit deutlich stärker als von Analysten mit im Schnitt 102,0 Zählern erwartet. In den USA tragen die Ausgaben der Verbraucher rund zwei Drittel zum Wirtschaftswachstum bei.

„Das war genau das, was der Dollar brauchte“, sagte ein Händler. „Es sieht so aus, als kauften die Leute bei steigenden Kursen Dollar zurück und das ist zumindest kurzfristig positiv“, sagte Larry Brickman, Währungsstratege der Bank of America in New York. Auch zum Yen holte der Dollar deutlich auf und kletterte auf ein Tageshoch von 110,88 Yen von 109,92 Yen am Vorabend. Ebenfalls zum Schweizer Franken erholte sich der Dollar auf 1,2764 Franken von 1,2637 Franken am Vorabend.

Sollten die in der nächsten Woche anstehenden wichtigen US-Konjunkturdaten bestätigen, dass die US-Wirtschaft wieder anzieht, könnte dies eine rasche und deutliche Zinsanhebung durch die US-Notenbank bedeuten. Dies würde Dollar-Anlagen wieder attraktiver machen. Derzeit liegen die Leitzinsen in der Euro-Zone mit zwei Prozent noch höher als in den USA mit 1,25 Prozent. Allerdings hat die US-Notenbank weitere Zinserhöhung in Aussicht gestellt. An den Kapitalmärkten bringen die zehnjährigen US-Anleihen bereits etwas mehr Zinsen als die europäischen.

Am Morgen hatte der Euro noch zeitweise ein Tageshoch von 1,2189 Dollar erreicht. Der besser als erwartet ausgefallene Ifo-Index habe dem Euro „etwas Rückenwind“ gegeben, sagte Rainer Sartoris, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Juli auf 95,6 Zähler und damit deutlicher als von Analysten mit 95 Punkten vorausgesagt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%