Ungebremste Rally Anleger flüchten sich in Gold und Silber

Die Edelmetallpreise streben unaufhaltsam nach oben. Gold knackte mit mehr als 1 420 Dollar ein weiteres Rekordhoch, Silber stieg auf mehr als 28 Dollar je Feinunze. Ein Mix aus Sorgen und massenhaft verfügbarer Liquidität treibt die Anleger in die Metalle. Einen Preiseinbruch erwarten Experten nicht.
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Der Griff zum Gold erscheint vielen Anlegern reizvoll. Quelle: dpa

Der Griff zum Gold erscheint vielen Anlegern reizvoll.

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HB FRANKFURT/LONDON. Die weitere Lockerung der US-Geldpolitik hat am Gold- und Silbermarkt für kräftigen Auftrieb gesorgt. Ob die neue Geldschwemme in den USA aber der heimischen Wirtschaft helfen wird, gilt unter Experten als umstritten. Der Goldpreis steigt indessen Tag für Tag auf neue Rekordhöhen und notiert mittlerweile deutlich über der Marke von 1400 US-Dollar. In der Spitze kletterte er am Morgen auf 1 422,30 Dollar. Auch der Preis für eine Feinunze (gut 31 Gramm) Silber hat zuletzt stark zugelegt und liegt mit rund 28 Dollar auf dem höchsten Stand seit 30 Jahren.

Als Auslöser für den jüngsten Preisschub bei Edelmetallen gilt die Ankündigung der amerikanischen Notenbank Fed von vergangenem Mittwoch. Die Währungshüter wollen die Geldpresse noch stärker anwerfen und neue Staatsanleihen über 600 Milliarden Dollar kaufen. Damit will die Fed den ihrer Ansicht nach zu schwachen Aufschwung anheizen und die hohe Arbeitslosigkeit bekämpfen.

An den Finanzmärkten wird dieses Vorgehen nicht nur positiv gesehen. Weil Gold traditionell als Inflationsschutz in ungewissen Zeiten gilt, ist wegen der Geldschwemme eine weitere Flucht in den „sicheren Hafen“ einer Goldanlage zu befürchten - und damit weiter steigende Preise.

Neben der amerikanischen Geldschwemme nennen Experten einen weiteren Grund für den Höhenflug von Gold und Silber: die rekordniedrigen Zinsen. So zielen die Anleihenkäufe der US-Notenbank auch darauf ab, das ohnehin sehr geringe Zinsniveau in den USA noch weiter zu drücken. Dies führt dazu, dass verzinsliche Anlagen unter Investoren tendenziell weniger begehrt sind. Umgekehrt erhöht das geringe Zinsniveau das Interesse an relativ wertstabilen Anlagen wie Gold und Silber. Zwar werden Edelmetalle nicht verzinst, dafür aber nimmt ihr Wert seit vielen Monaten beständig zu.

Verstärkt wird der Preisauftrieb von Gold und Silber auch durch den schwachen Dollar. Da Edelmetalle an den Märkten in der US-Währung gehandelt werden, stützt ein schwacher Greenback die Nachfrage außerhalb des Dollar-Raums.

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7 Kommentare zu "Ungebremste Rally: Anleger flüchten sich in Gold und Silber"

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  • Was für eine Überraschung auch! Es gibt tatächlich Zeitgenossen die glauben an eine blase. Vielleicht in 5 Jahren oder 10 Jahren, bis dahin wird noch viel passieren.
    Gold und Silber werden nicht teuerer, sonder das Papier wertloser. Hauspreise in guten Gegenden steigen. Warum wohl? Die Lebensvesicherungen werden massenweise gekündigt. Papier wird zu Papier.

  • Die Preissprünge bei Palladium sind atemberaubend. Warum?

  • Tja, der nächste "Edelmetallstandard" ist halt nicht mehr in weiter Ferne.
    Aber vorher einen richtigen, weltweiten Crash bitteschön !
    Dieser Monat wird wohl in die Geschichte eingehen.
    Schwerpunkt "Amerika" sag ich da nur.....

  • Ausser Gold gibt es einen run auf Agrarflächen und die Preise steigen. Hier zu investieren ist die Zukunft die schon begonnen hat. Glücklich ist, wer einen Hektar Land oder mehr besitzt. Der Anbau von
    Raps und Mais als betriebsstoff steigt und steigt. Leider gibt es kaum Land zu kaufen. Wer war bill Gates? Die bauern und investoren lösen ihn ab.

  • Die ersten Zahnärzte tauschen schon Zahngold gegen Katzengold aus. Spass beiseite.. wer immer diese Goldblase angeblasen hat, er sahnt sicherlich immens ab. Alle anderen sollten bedenken, dass der Goldpreis gesteuert schnell wieder bei 800 Dollar landen kann. dann sind alle die teuer eingekauft haben die Looser. Hoffentlich sind keine banken dabei.

  • Lieber Goldfreund, du hast Recht mit den vielen Vorteilen. Wenn jetzt auch noch Herr Zoellick Gold erwähnt kann der Preis doch nur nach oben schießen und ausserdem sind doch die üblichen Verdächtigen auch in Gold investiert, da sie wissen, das der Preis noch weiter steigen wird. Aber was soll ich mit Gold in einer Krise wenn alles zum stehen kommt? Kann man damit auch kolloidales Goldwasser mit machen welches mich am Leben hält? ich brauche Lebensmittel und andere Sachen zum überleben, nicht Gold. Gold währe doch nur eine Form der Tauschwährung. Damals haben viele Leute ihre Schätze (bilder, Gold, Silber, Häuser) eintauschen müssen gegen Nahrungsmittel und Gold war nur eine Form der Tauschmittel. Man muss sich auch mal erinnern, das die Amis den Goldstandard während des Vitnamkrieges abgeschafft haben, da die Franzosen den schönen Dollar gegen Gold eintauschen wollten, was ja damals noch möglich war, stand ja auf den Geldscheinen drauf. Gold schützt auch nicht vor Spekaulanten oder unethischem Verhalten, alles kann doch so oder so interpretiert werden in Statistiken, Rechnungslegungen usw. und bei bedarf "angepasst" werden im Rahmen der "legalen Möglichkeiten". Ausserdem wird damit auch wieder nur vom zentralen Problemen abgelenkt und Geld abgeschöpft. Wir werden sehen was dieses Mal während der Krise passieren wird und später lachen können über unsere Dummheit.

  • Ausser Gold und Silber eignet sich fast nichts als Wertspeicher, denn nur Gold und Silber erfüllen die MiNDESTeigenschaften von Geld:
    fungibel, liquide, chemisch dauerhaft beständig (im Gegensatz zu Nahrungsmitteln),
    ohne Verlust teilbar für Wechselgeld (im Gegensatz zu Edelsteinen),
    selten und nicht beliebig vermehrbar zur inflationseindämmung (im Gegensatz zu z.b. Papiergeld),
    leicht transportierbar (im Gegensatz zu immobilien), etc.
    Unabhängig von der Zahlungsfähigkeit irgendeiner institution oder irgendeines Staates.
    Selbst eine Rezession müssen Fans des gelben Metalls nicht fürchten. Anders als bei Silber oder Platin hängt der Goldpreis nicht von der Nachfrage aus der industrie und damit von der Konjunkturentwicklung ab.
    Diese Eigenschaften erfüllen im Wesentlichen nur Gold und Silber. Genau das ist der Grund, warum diese beiden Metalle seit Jahrtausenden als einzige stabile Währung gedient haben. Die Gold- und vor allem die Silberreserven sind in wenigen Jahren bereits aufgebraucht, dann geht der Preis ohnehin durch die Decke.

    Es gibt inzwischen immer mehr, die schon seit Jahren auf eine Korrektur warten. bei 400 Euro/Unze wartete man bis nochmal die 350 kommen, bei 560 dachte man, daß 500 ein guter Einstieg wären, bei 800 war es schon viel zu teuer und jetzt haben wir um über 1.000 Euro und da ist es die blasenbildung und das bald kommende Goldverbot, weshalb man immer noch nicht dabei ist!
    Es sind die immer ähnlichen/gleichen "begründungen" für jene, die den rechtzeitigen Einstieg einfach verschlafen haben.

    Wenn jeder Deutsche nur fünf Prozent seines Vermögens in Gold steckt, würde das eine gesamte Welt-Jahresproduktion absorbieren. Dann sind gänzlich neue Preisdimensionen denkbar.
    Und noch etwas zum Nachdenken. Gibt es auch nur einen Staat, der einen Tilgungsplan für die aufgetürmten Schulden hat?

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