Ungleichgewichte durch Wachstum
Chinas Währung sinkt gegenüber dem Dollar

Der chinesische Yuan verzeichnete am Montag den stärksten Verlust, seit die Bindung der Währung an den US-Dollar im vergangenen Jahr aufgehoben wurde. Zugleich gab es Spekulationen, dass die chinesische Notenbank die Leitzinsen erhöhen könnte, um die starke Konjunktur abzubremsen.

SCHANGHAI. Die People’s Bank of China (die Notenbank) hat am Montag den Yuan-Referenzkurs bei 7,9928 Yuan je Dollar festgesetzt, so niedrig wie seit einem Monat nicht mehr. Der Kurs kann um den Referenzkurs bis zu 0,3 Prozent nach oben oder unten schwanken. „Die Zentralbank hat wahrscheinlich die Rally des Dollars zum Yen genutzt, um den Referenzkurs niedriger zu setzen, weil der Yuan ziemlich schnell gestiegen ist“, sagte Jeffrey Tan, Anleihehändler bei Maybank Shanghai, einer Tochter der größten malaysischen Bank. „Außerdem will die Zentralbank vermutlich, dass der Yuan sich stärker in beide Richtungen bewegt.“

Xia Bin, Leiter Finanzanalyse für das chinesische Kabinett, und Wang Xiaoguang von der zentralen Planungsbehörde haben die Auffassung vertreten, dass ein Anstieg des Yuan allein nicht die zunehmenden Exporte bremsen würde. Hierfür müsse die Zentralbank die Leitzinsen erhöhen.

„China muss seine Wechselkursreform beschleunigen, aber die Aufwertung des Yuan kann nicht kurzfristig die Ungleichgewichte beseitigen“, sagte Xia am 12. August auf einer Konferenz in Peking. Die Behörden müssten wahrscheinlich die Zinsen anheben, um Investitionen und Wachstum zu dämpfen, erklärte Wang laut einem Bericht der Shanghai Securities News vom Montag.

Im Juli verzeichnete der Yuan den größten Monatsgewinn seit China die Koppelung an den Dollar abgeschafft hat. Am Freitag hatte der US-Dollar den stärksten Wochengewinn gegenüber dem japanischen Yen seit einem Monat verzeichnet.

Doch die Kursentwicklung des Yuan werde „keine Einbahnstraße“ nach oben sein, äußerte Adrian Foster, Direktor Devisenverkauf bei Dresdner Kleinwort in Singapur. Ein stärkerer Yuan dürfte chinesische Erzeugnisse im Ausland verteuern. Damit würden chinesische Hersteller weniger konkurrenzfähig gegenüber Konkurrenten aus anderen Ländern. Exporte trugen im letzten Jahr 35 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt Chinas bei.

Chinas Wirtschaft ist im zweiten Quartal 11,3 Prozent gewachsen. Das ist der stärkste Anstieg seit 1994, und damals war die chinesische Volkswirtschaft nur ein Viertel so groß wie heute. „Eine Aufwertung des Yuan wird nicht helfen, wenn die Zentralbank sich Sorgen über die Kredite macht, die Auswirkungen sind nicht so direkt“, kommentierte aber Suan Teck Kin, Volkswirt bei United Overseas Bank in Singapur.

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