Ungültige Banknoten
1000-Franken-Scheine aus Druckerei gestohlen

Aus einer Geldscheindruckerei in der Schweiz sind 1000-Franken-Scheine entwendet worden. Doch die Zentralbank warnt erst ein Jahr nach dem Diebstahl vor den ungültigen Banknoten – aus Rücksicht.
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ZürichKurz vor Fertigstellung in der Druckerei des Schweizer Unternehmens Orell Füssli sind dort vor einem Jahr 1000-Franken-Scheine im Wert von umgerechnet 1,47 Millionen Euro gestohlen worden. Aus Rücksicht auf „Ermittlungen und in Absprache mit der Bundesanwaltschaft“ sei die Öffentlichkeit bislang noch nicht informiert worden, teilte die Schweizerische Nationalbank (SNB) heute mit. Die ungültigen Noten seien nur schwer zu erkennen.

Das Problem: Die Scheine sind offensichtlich erst spät im Produktionsprozess entwendet worden. Denn die ungültigen Scheine seinen lediglich daran zu erkennen, dass die Seriennummer fehle oder nachträglich aufgedruckt worden sei. Auch die mit vielen winzigen Stichen eingestanzte Ziffer „1000“ sei nicht vorhanden oder nachträglich hinzugefügt. Wer glaubt, einen solchen Schein zu besitzen, könne diesen bei der Notenbank oder einer Polizeidienststelle einreichen. Ist die Note tatsächlich ungültig, gibt es Ersatz. Da der Fehler in der Druckerei geschehen ist, werde Orell Füssli für den Schaden aufkommen.

Erstmals seien die Schweizer Behörden am 5. Oktober vergangenen Jahres über verdächtigte Scheine informiert worden, die in einer Londoner Wechselstube aufgetaucht seien, teilte Orell Füssli am Dienstag mit. Daraufhin hätten Überprüfungen ergeben, dass Scheine aus der Produktion gestohlen worden seien. Orell Füssli habe daraufhin seine Sicherheitsvorkehrungen überprüft und unter anderem mehr Personal zur Überwachung eingestellt.

Der 1.000-Franken-Schein ist blass violett und zeigt das Porträt des Kulturhistorikers Jacob Burckhardt (1818-1897). Tausender im Wert von etwa 30 Milliarden Franken sind im Umlauf, das sind etwa sechzig Prozent der zirkulierenden Schweizer Bargeldmenge.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Ungültige Banknoten: 1000-Franken-Scheine aus Druckerei gestohlen"

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  • @Merkur: Haben Sie in der Schweiz mal mit vier Personen in einem Restaurant gegessen und ne durchschnittliche Pizza für jeden bestellt? Dann sollte klar sein, wofür man dort so viele 1.000er braucht.
    Vor dem Urlaub hatte ich gehört, dass die Schweiz was teuerer ist. Dass es praktisch das doppelte ist, habe ich nach dem Urlaub gewusst... Heilige Kuh!

  • Sehr geehrter Herr Dowideit,
    einerseits schreiben Sie "1000-Franken-Scheine". Das ist in Ordnung.
    Dann schreiben Sie von Banknoten. Das ist leider falsch, es handelt sich um Geldscheine.
    Für Banknoten könnte man Geld fordern, die Geldscheine sind hingegen das Geld selbst.

    Von der SNB werden keine Banknoten in Umlauf gebracht, die SNB zahlt Papiergeld aus.
    Eine Banknote sähe im Prinzip so aus:
    http://s7.directupload.net/images/130929/6w2y8fza.png
    (Der Ersteller des Bildes bin ich.)

    Mit freundlichen Grüßen
    Hardy, der Student

  • Tausender im Wert von etwa 30 Milliarden Franken sind im Umlauf, das sind etwa sechzig Prozent der zirkulierenden Schweizer Bargeldmenge.

    Wenn diese Aussage stimmt, sagt allein diese Zahl genug darüber aus, wie ernst es die Schweiz mit der Bekämpfung von Geldwäsche und Steuerhinterziehung meint. In einem so kleinen Land bräuchte man sonst nicht so viele große Scheine.

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