Union-Investment-Stratege
„Dem Euro droht bei einem Brexit Ungemach“

Frank Engels leitet das Rentenfondsmanagement bei Union Investment. Mit dem Handelsblatt sprach er über das, was ein möglicher EU-Austritt Großbritanniens für Währungen bedeutet und wer von Niedrigzinsen profitiert.
  • 24

Frankfurt am MainFrank Engels ist ein Kenner der globalen Märkte. Als Leiter des Rentefondsmanagements bei der Union Investment Privatfonds zeichnet er maßgeblich für die Portfolios verantwortlich. Zudem setzt er als Mitglied des „Union Investment Committee“ die Grundpfeiler für die taktischer Steuerung der Fonds seines Unternehmens. Dabei behält er immer auch die internationalen Devisenmärkte im Blick.

Weltweit unterbieten sich derzeit die Zentralbanken mit Zinssenkungen, die USA verlangsamt zugleich ihre Zinswende, das Pfund wirkt durch den Brexit unberechenbar. Stehen uns volatile Zeiten bei den Währungen bevor?

Bei Währungen haben wir in den vergangenen Monaten bereits durchaus starke Schwankungen gesehen, speziell im Block der G10-Währungen, also der wichtigsten wie dem Dollar, Yen, Pfund und Euro.

Was aufgrund der lockeren Geldpolitik der großen Zentralbanken aber kaum ein Zufall sein dürfte.
Auslöser sind in den vergangenen Jahren und Monaten ohne Zweifel sehr häufig die Zentralbankentscheidungen. Zwar sind die Währungsabwertungen nicht der Fokus der Zentralbanken, sondern die Geldwertstabilität. Aber: Die Währungen sind in der Regel nachgelagerte Variablen, die häufig hohe Kursausschläge zeigen.

Wenn plötzlich alle Währungen nachgeben, scheinen diese Variablen nicht mehr ganz so nebensächlich zu sein.
Es schien schon so, dass die Schwächung der Währungen, egal ob nun in Japan oder Europa, ein gewollter Nebeneffekt der Geldpolitik war. Das hatte in der jüngeren Vergangenheit allerdings nur sehr mäßigen Erfolg. Seitdem Japan seinen Leitzins Ende Januar in den Negativbereich gedrückt hat, wertete der Yen rund sechs Prozent auf.

Auch der Euro legte nach Draghis Senkung des Einlagenzinses auf minus 0,4 Prozent gegenüber dem Dollar kräftig zu – von 1,10 auf 1,13 Dollar. Die Rechnung: Leitzins runter, Währung schwächen geht offenbar nicht mehr auf.
Zumindest funktioniert dieser Zusammenhang umso weniger, je öfter er Anwendung findet. Dass der Euro über die vergangenen Wochen speziell gegen den US-Dollar im Wert gestiegen ist, liegt allerdings nicht nur an der Politik der EZB. Da spielt auch die Entscheidung der US-Notenbank eine große Rolle, im März keine Leitzinserhöhung durchzuführen und ihren Leitzins wohl auch nicht wie angekündigt viermal im laufenden Jahr zu steigern. Wir reden in diesem Falle also eher über eine Dollarschwäche als Konsequenz einer vorsichtigeren Zinspolitik der US Notenbank.

Seite 1:

„Dem Euro droht bei einem Brexit Ungemach“

Seite 2:

Fondsgesellschaft mit einem weinenden Auge

Kommentare zu " Union-Investment-Stratege: „Dem Euro droht bei einem Brexit Ungemach“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • GB zahlt an die EU jährlich ca 12 Mrd. Euro. Davon bekommt es ca 5 Mrd in Form von
    Subventionen, etc. wieder zurück. Ein schlechtes Geschäft für die Briten. Grund genug, sich zu verselbständigen.

  • Zum Glück gibt es jetzt eine Partei, die genau diese bisher von der Politkaste verdrängten Themen aufs Tapet bringt.

  • Den staatlich eingeforderten neuen Begriff für das negativ besetzte Wort "Flüchtlinge" gibt es schon längst. Jeder, der von egal woher nach Deutschland kommt, muss gemäß Volkskammer-Einheitspartei "Schutzsuchende" genannt werden. Wenn man sich nicht daran hält, ist man automatisch rechtsradikal, rechtsextremistisch, rechtspopulistisch, Nazi, Pack, Stammtisch, Hetzer, Hasser...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%