Unsicherheit vor Bushs Asienreise
Dollar setzt Euro unter Druck

Der Dollar hat sich am Mittwoch von seinen Kursverlusten am Vortag erholt und damit den Euro unter Druck gesetzt. Trotz günstiger US-Konjunkturdaten werten Devisenhändler die neue Stärke des Greenback lediglich als technische Reaktion.

HB FRANKFURT. Der Euro hat am Mittwoch seine Verluste zum Dollar nach Veröffentlichung von US-Konjunkturdaten ausgeweitet. Zwar fielen die Umsätze im Einzelhandel minimal schlechter aus als erwartet, aber die Lage der Industrie im Großraum New York hellte sich deutlich auf. Insgesamt führten Marktteilnehmer die Tagesverluste der Gemeinschaftswährung auf technische Faktoren zurück. „Die Anleger warten weiter ab“, sagte ein Händler und verwies unter anderem auf weitere US-Daten, die am Abend und am Donnerstag veröffentlicht werden.

Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung mit 1,1601 Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs kurz zuvor noch mit 1,1669 (Dienstag 1,1634) Dollar ermittelt hatte. Zum Handelsschluss in New York hatte ein Euro noch 1,1735 Dollar gekostet.

Im Vorfeld der Asienreise von US-Präsident George W. Bush prägt Ungewissheit über die Haltung der US-Regierung zum Dollar den Markt. „Der Markt weiß nicht, was er von der Asienreise Bushs erwarten soll“, sagte Währungsstratege Niels Christensen von der Société Générale. Bush selbst habe widersprüchliche Signale gesendet: Zum einen, dass er an einer Politik des starken Dollar festhalten wolle, zum anderen, dass er beim Asiatisch-Pazifischen Gipfeltreffen in dieser Woche seiner Forderung nach flexibleren Wechselkursen Nachdruck verleihen werde.

US-Industrie stellt wieder ein

Die Lage in der Industrie im Großraum New York hellte sich im Oktober deutlich auf, was sich allmählich auch positiv auf die Beschäftigung niederzuschlagen scheint. Der von der Federal Reserve Bank von New York ermittelte Index für das Verarbeitende Gewerbe (Empire-State-Index) stieg auf ein Rekordhoch von plus 33,7 Punkten nach plus 18,35 Zählern im September.

Werte über Null zeigen an, dass eine Mehrheit der befragten Unternehmen von einer Verbesserung der Bedingungen gesprochen hat. Der Beschäftigungsindex kletterte erstmals seit mehr als einem Jahr in den positiven Bereich und zwar auf 10,78 Punkte.

Wie außerdem das US-Handelsministerium mitteilte, sank der Einzelhandelsumsatz in den USA von August auf September um 0,2 %. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Rückgang von 0,1 % erwartet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%