Unter Ökonomen herrscht das Gefühl der Ohnmacht
Finanzexperten fürchten weiteren Euro-Anstieg

Die Vorstellung, dass der Wert des Euro rasch weiter steigen könnte, erzeugt bei deutschen Ökonomen Unbehagen.

mak FRANKFURT/M. „Die einzige, kurzfristige Reaktion ist eine nochmalige Zinssenkung, aber letztlich können wir uns nicht dagegen stemmen“, sagte Joachim Fels, Chefvolkswirt bei Morgan Stanley, London, beim 7. Wirtschaftspolitischen Symposium der Giersch Stiftung. Dass die Zinssenkung wirken würde, bezweifelten viele Konferenzteilnehmer. „Wir haben ein Problem, kurzfristig etwas zu korrigieren“, bestätigte Michael Hüther, Chefvolkswirt der Deka Bank. Thomas Mayer, Chefvolkswirt Europa der Deutschen Bank, London, der ein besonders pessimistisches Bild malte, befürchtet steigende Hypothekenzinsen und sinkende Immobilenpreise in den USA – mit der Folge eines Konjunktureinbruchs: „Dann werden wir zu leidenden Partnern.“

Außer Frage stand, dass die langfristige Antwort auf die globalen Ungleichgewichte mehr Wachstum in Europa ist. Die internationale Koordination der Wirtschafts- und Währungspolitik stieß aber allgemein auf Ablehnung. „Jeder muss in seinem Land eine gute Politik machen“, forderte EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing. Er stellte den Erfolg des Louvre-Abkommens von 1987 in Frage. Es habe wesentlich zu den späteren Problemen Japans geführt.

Ex-Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer kritisierte die Stellungnahme der G7 in Dubai zu den Wechselkursen. Es fehle jeder Bezug dazu, dass Wechselkurse etwas mit ökonomischen Fundamentaldaten zu tun hätten. Die Bedeutung des Plaza- und des Louvre-Abkommens habe nicht in den Interventionen und im monetären Bereich gelegen. Vielmehr seien im Vorfeld einige grundsätzliche Einigungen über die Wirtschaftspolitik erzielt worden.

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