Unternehmen investieren wieder: Der Goldrausch kehrt zurück

Unternehmen investieren wieder
Der Goldrausch kehrt zurück

Jahrelang hatten die Minenunternehmen nicht mehr in die Ausbeutung von Goldvorkommen investiert, weil die Preise im Keller waren. Nach dem rapiden Preisanstieg der letzten Jahre werden nun überall auf der Welt neue Minen aufgemacht. Umweltschützer schlagen Alarm.

HB Von einem Wolkenkratzer in Denver hat die Newmont Mining Corporation die Suche nach der nächsten Goldader eingeleitet. Vom hohen Goldpreis getrieben, öffnete das Unternehmen im Dezember schon eine Mine in Nevada. In diesem Jahr sollen zwei weitere - eine in Nevada und eine in Ghana - folgen. Andere Firmen ziehen nach. Auch sie holen alte Projekte aus den Schubladen und pumpen Geld in Abbau-Projekte rund um den Globus. Umweltschützer betrachten das mit großer Sorge. „Es geht nicht nur um die Erhaltung der Natur“, sagt Julie Wedge von der Gruppe Great Basin Mine Watch in Nevada. „Es geht um die Gesundheit von Menschen.“

In den 90er Jahren sank der Goldpreis auf ein Zwanzigjahrestief, unter 350 Dollar pro Unze. Es war eine Reaktion auf die Entscheidung vieler Zentralbanken, sich allmählich von ihren Goldreserven zu trennen. In der Folge ließen die Firmen ihre Gruben ruhen, die Suche nach neuen Minen und Ausbeutungsmöglichkeiten schlief ein. Doch dann kletterte der Preis wieder und erreichte mit mehr als 560 Dollar sogar zwischenzeitlich den höchsten Stand seit 1981. Heute kostete die Feinunze 554 Dollar.

Wie viele andere Banken hob die Deutsche Bank jüngst ihre Kursprognose für Gold deutlich an. Die Bank erwartet nun für 2006 einen Durchschnittspreis von 570 Dollar, für 2007 sogar von 660 Dollar. „Es kommt eine gute Zeit für uns“, sagt folglich Wayne Murdy, Generaldirektor der Newmont Mining Corp. Die Produktion wird in den kommenden Jahren erst langsam steigen, weil die Firmen erst die Fördererlaubnis erhalten müssen. „Viele Projekte wurden in den 90er Jahren auf Eis gelegt“, sagt Brace Alway, Branchenanalyst der Beratungsfirma GFMG. Die Unternehmen steckten jetzt auch wieder mehr Geld in die Erkundung neuer Abbaugebiete, und das sind Schlüsselinvestitionen für die Zukunft der Industrie. Von 2002 bis 2005 hat sich das Budget von 784 Millionen auf 2,3 Milliarden Dollar fast verdreifacht.

Dabei konzentrieren sich die Firmen mehr auf unberührte Gegenden in Asien, Südamerika, Russland und Australien. „Es gab eine Bewegung von den Gebieten der früheren Sowjetunion nach Asien“, sagt etwa Branchenexperte Jason Goulden von Nova Scotia. „Wir sehen viele Projekte in China, die es in der Vergangenheit nicht gab.“ Die Grenze habe sich erheblich verschoben, weil westliche Firmen bislang nicht in die Gebiete vorgedrungen seien.

Die Barrick Gold Corporation aus Toronto hat in den vergangenen Jahren jeweils 100 Millionen Dollar in die Suche nach neuen Schürfgründen gesteckt. 2005 wurde mit der Ausbeutung von drei Mienen - in Peru, Argentinien und Tansania - begonnen. Eine vierte Mine soll dieses Jahr in Australien folgen. Derzeit wartet das Unternehmen auf die Erlaubnis, den Konkurrenten Placer Dome aus Vancouver übernehmen zu dürfen. Dann würde der weltweit größte Gold-Produzent entstehen. Die Newmont Mining Corp. plant neben dem Goldabbau in zwei Minen in Nevada bis zum Ende des Jahres eine Mine im Westen Ghanas zu eröffnen. Studien aus der Region hätten so vielversprechende Ergebnisse zu Tage gefördert, dass in Ghana der Schwerpunkt der künftigen Aktivitäten seiner Firma liegen könnte, sagt Generaldirektor Murdy. „Wir sehen dort großartige Wachstumsmöglichkeiten.“

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