Untersuchung gestartet
EU vermutet Manipulation der Wechselkurse

Der Devisenmarkt hat ein Handelsvolumen von 5,3 Billionen Dollar am Tag. Wer hier trickst, kann ordentlich profitieren. Jetzt prüft die Kartellbehörde der Europäischen Union eine mögliche Manipulation der Wechselkurse.
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BrüsselDie Kartellbehörden der Europäischen Union prüfen nach Aussage von Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia den Vorwurf einer möglichen Manipulation von Wechselkursen. Zuvor hatte die Schweiz bereits Untersuchungen bei Banken aufgenommen, die bei der Manipulation von Fremdwährungskursen zusammengearbeitet haben sollen.

Der EU-Wettbewerbskommissar sagte am späten Montag in einem Live-Webchat auf der EU-Webseite, er habe in den letzten paar Tagen von Aktivitäten im Zusammengang mit der Manipulation verschiedener Arten von Wechselkursen gehört, die „einen möglichen Verstoß gegen Wettbewerbsregeln darstellen könnten“.

„Ich kann nicht mehr vorwegnehmen, weil wir eine Untersuchung einleiten, um erst mal zu sehen, wie die Sachlage ist und wer für die Verstöße verantwortlich sein könnte“, erklärte Almunia. „Wir befinden uns in einer äußerst frühen Phase.“ Sein Sprecher lehnte weitere Kommentare ab.

Die Untersuchungen wurden begonnen, nachdem Bloomberg News im Juni berichtet hatte, dass Händler bei Banken Informationen ausgetauscht haben und Kundenorders nutzten, um die Benchmark-Wechselkurse zu bewegen. Die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority erklärte in dem Monat, dass sie die Vorwürfe prüfe.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht führt Untersuchungen bei „mehreren“ Finanzinstituten wegen möglicher Manipulation von Fremdwährungskursen durch, wie die FINMA am vergangenen Freitag mitteilte. Auch die Wettbewerbsbehörde der Schweiz ist an den Ermittlungen beteiligt. Der Devisenmarkt kommt auf ein tägliches Handelsvolumen von 5,3 Billionen Dollar.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Solange die Banken ihr Spielgeld quasi unbegrenzt und kostenlos von den Zentralbanken bekommen werden sie damit versuchen die "Märkte" zu manipulieren.

    Das eigentliche Problem ist die zentralplanerische Geldpolitik der Zentralbanken.

  • Manipulation an anderen Märkten interessiert wohl niemand.

    ok, egal...

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