US-Arbeitsmarktbericht wirkt nach - Zinsspekulationen lassen Dollar weiter steigen
Eurokurs gibt weiter nach

Die nach überraschend guten US-Konjunkturdaten angeheizten Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung in den USA haben dem Dollar am Montag weiteren Auftrieb gegeben. Vor allem gegenüber dem Yen zog die US-Währung kräftig an.

HB FRANKFURT. Der Euro fiel auf 1,1820 Dollar, womit er mehr als einen halben US-Cent unter dem schon in New York am Freitag erreichten Niveau notierte. Zum EZB-Referenzwert, der unmittelbar vor den Daten mit 1,2073 Dollar festgelegt worden war, notierte der Euro rund 2,5 US-Cent niedriger. Mit dem Anstieg der US-Zinsen würde der Zinsvorteil des Euro schmelzen. Derzeit sind die Leitzinsen in der Euro-Zone doppelt so hoch wie in den USA.

Zum Yen stieg der Dollar auf 113,58 Yen, dem höchsten Stand seit September vergangenen Jahres. Damals hatten die Finanzminister der sieben führenden Industrieländer (G-7) bei ihrem Treffen in Dubai den Märkten nach Einschätzung von Analysten grünes Licht für Dollarverkäufe gegeben und damit auch den Höhenflug des Euro ausgelöst. Die Bank von Japan hatte anschließend Milliarden von Dollar ausgegeben, um den Kursanstieg des Yen zu bremsen.

Händler begründeten den Kursrückgang des Yen am Montag vor allem auch mit dem Einbruch der Aktienbörse in Tokio, wo der Nikkei-Index fast fünf Prozent an Wert eingebüßt hatte. „Es hat wegen des Nikkei eine weitere Auflösung von (Yen-) Positionen gegeben“, erklärte Sabrina Jacobs, Währungsstrategin bei Dresdner Kleinwort Wasserstein in Frankfurt. Dazu seien die guten Konjunkturdaten aus den USA und die damit einhergehende Erwartung auf eine Zinserhöhung gekommen.

„Die Daten waren ein wichtiger Meilenstein“, erklärte auch Analyst Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. Kurzfristig erwarte er einen weiteren Anstieg des Dollarkurses. Dabei würden politische Faktoren wie die Lage im Irak oder auch die hohen Defizite im US-Staatshaushalt und in der Leistungsbilanz weitgehend ausgeklammert. „Das Thema Erholung der US-Wirtschaft erschlägt die Strukturprobleme“, sagte Keller.

Der Dollar hat damit die Verluste der vorigen Woche wieder weitgehend gutgemacht, als Analysten und Händler von einem Ende der jüngsten Dollar-Euphorie gesprochen hatten. Einige Händler hatten dies mit den Berichten über die Folterungen irakischer Kriegsgefangener durch US-Armeepersonal begründet, die das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit der USA untergraben hätten.

Angesichts der Erholung der US-Konjunktur, die nach den jüngsten Arbeitsmarktdaten vom Freitag inzwischen zu einem überraschend deutlichen Zuwachs an neuen Stellen in der weltgrößten Volkswirtschaft geführt hat, rechnen die meisten Analysten mit einer baldigen Zinserhöhung. Lediglich über den Zeitpunkt sind sich die Experten nicht einig. Nach einer Reuters-Umfrage vom Freitag erwarten 19 Primärhändler an den Kreditmärkten eine Zinserhöhung bis spätestens Ende August, elf von ihnen rechnen sogar schon Ende Juni damit.

Im Mittelpunkt des Marktgeschehens dürfte nunmehr die Entwicklung der Inflation in den USA stehen. Sollte sich hier ein Preisdruck bestätigen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung schon Ende Juni. Die Statistik zu den Verbraucherpreisen in den USA wird am Freitag veröffentlicht.

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