US-Ölindustrie wird sich frühestens Ende November von Hurrikan „Katrina“ erholt haben
USA haben mehr Öl als erwartet

Die Rohöllagerbestände der USA sind weniger stark zurückgegangen als von Analysten prognostiziert. Der Ölpreis gab nach den jüngsten Daten deutlich auf knapp über 63 Dollar nach, zog am Abend aber dann doch wieder an. Analysten vermuten, dass diese Marke vorerst der Boden sein könnte. In Deutschland sinken derweil die Benzinpreise weiter.

NEW YORK. Zur Begründung für den leichten Anstieg im späten Handel verwiesen Teilnehmer auf einen Bericht wonach eine Wiederaufnahme der Ölförderung im Golf von Mexiko noch „einige Herausforderungen“ beinhalte. Zudem reduzierte sich dort die Förderung im Vergleich zum Vortag leicht, hieß es. „Wir befinden uns weiterhin in einem sehr emotionalen Marktumfeld“, so ein Teilnehmer.

Der führende Oktober-Kontrakt der Sorte Light, Sweet Crude erhöhte sich um 0,2 % bzw. 0,12 Dollar auf 64,49 Dollar, nachdem er zwischenzeitlich bis auf 63,10 Dollar gefallen war. Die Öl- und Benzinpreise haben nach der Freigabe von 60 Millionen Barrel Öl und Mineralölprodukten aus den strategischen Reserven der Mitgliedsländer der Internationalen Energie-Agentur IEA seit Mitte vergangener Woche um acht Prozent nachgegeben. Nun habe sich möglicherweise ein Boden ausgebildet, sagte ein Analyst. „Die Marke von 63,10 Dollar könnte sich als eine nachhaltige Unterstützung erweisen“, fügte er hinzu. Die aktuelle Notierung liegt allerdings immer noch mehr als 6 Dollar unter dem Höchststand der vergangenen Woche mit 70,85 Dollar.

Die Rohöllagerbestände in den USA sanken in der Woche zum 2. September im Vergleich zur Vorwoche weniger stark als erwartet um 6,4 Millionen auf 315,0 Millionen Barrel. Analysten hatten im Vorfeld einen Rückgang um 6,8 Millionen Barrel erwartet und auf die Folgen des Hurrikans „Katrina“ verwiesen, die sich in den Daten zum ersten Mal niederschlagen dürften. Wie das Department of Energy (DoE) am Donnerstag mitteilte, verringerten sich die Lagerbestände an Mitteldestillaten wie Diesel und leichtes Heizöl um 0,8 Millionen auf 134,4 Millionen Barrel. Hier war ein Rückgang um 2,6 Millionen Barrel erwartet worden.

Die Lagerbestände an bleifreiem Superbenzin sanken um 4,3 Millionen auf 190,1 Millionen Barrel, während die Prognose auf einen Rückgang um 6,2 Millionen Barrel gelautet hatte. Die Kapazitätsauslastung der US-Raffinerien belief sich auf 86,8 % nach 97,1 % in der Vorwoche. Die Rohölimporte verringerten sich um 0,932 Millionen Barrel pro Tag (bpd) auf 9,531 Millionen bpd, die strategische Ölreserve blieb unverändert bei 700,5 Millionen Barrel.

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