Devisen + Rohstoffe
US-Ölpreis fällt deutlich unter 55 Dollar - Streikende in Norwegen

Der US-Rohölpreis ist am Dienstag wegen eines absehbaren Streikendes auf Ölplattformen in der Nordsee weiter gefallen. Rohöl zur Auslieferung im Dezember gab im elektronischen Handel am New Yorker Warenterminmarkt Nymex um 0,5 Prozent auf 54,27 Dollar je Barrel (159 Liter) nach.

dpa-afx NEW YORK/OSLO/LONDON. Der US-Rohölpreis ist am Dienstag wegen eines absehbaren Streikendes auf Ölplattformen in der Nordsee weiter gefallen. Rohöl zur Auslieferung im Dezember gab im elektronischen Handel am New Yorker Warenterminmarkt Nymex um 0,5 Prozent auf 54,27 Dollar je Barrel (159 Liter) nach. Die norwegische Regierung hatte am Montag eine Zwangsschlichtung nach mehrwöchigen Streiks auf Bohrplattformen der Nordsee angeordnet. Am Dienstag kündigte die norwegische Ölarbeitergewerkschaft OFS das Ende der Streiks für den folgenden Tag an.

Die Sorge vor einem Ausfall der norwegischen Erdölproduktion hatte am Montag den US-Ölpreis im Handelsverlauf noch auf 55,67 Dollar getrieben. Rohölexperten sprachen aber nur von einer vorübergehenden Verschnaufpause. Die weltweit starke Nachfrage von Rohöl dürfte die Ölpreise weiter treiben.

Opec: Angebot Reicht AUS

Auch in London entfernte sich der Ölpreis am Dienstag weiter von seinem am Vortag erreichten Rekordstand. Ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent kostete im frühen Handel elf Cent weniger als am Vortag und notierte bei 50,67 Dollar. Mit 51,70 Dollar hatte der Ölpreis am Montag einen neuen Rekordstand erreicht.

Die Opec bezeichnete die weltweite Rohölversorgung am Dienstag als angemessen. Das Angebot überschreite die Nachfrage um 2,1 bis 2,5 Mill. Barrel pro Tag, sagte der Präsident der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), Purnomo Yusgiantoro, in Jakarta.

Mit dem Nachlassen der weltweiten Wachstumsdynamik wird nach Einschätzung des Münchner ifo Instituts auch der Ölpreis wieder nachgeben. Der hohe Preis beruhe vor allem auf der großen Nachfrage und nicht auf mangelndem Angebot, sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Mit der Abschwächung der Weltkonjunktur von voraussichtlich fünf Prozent Wachstum 2004 auf 4,3 Prozent 2005 werde sich die Situation entspannen. Ende 2005 erwarten die Wirtschaftsforschungsinstitute einen Ölpreis von etwa 37 Dollar.

60% Mehr BIS 2030

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) warnte hingegen vor einem weltweit dramatisch ansteigenden Energieverbrauch und einer immer größeren Abhängigkeit von den Ölproduzenten. Nach der am Dienstag vorgestellten IEA-Studie "Welt-Energie-Ausblick 2004" benötigten Unternehmen und Privathaushalte bis zum Jahr 2030 im Vergleich zu heute voraussichtlich 59 Prozent mehr Energie. Die weltweite Nachfrage nach Erdöl wird nach der Studie um jährlich 1,6 Prozent steigen.

Die gestiegenen Ölpreise haben dem britischen Mineralölkonzern BP im dritten Quartal einen Rekordgewinn beschert. Der Überschuss stieg nach Angaben des Unternehmens von Dienstag in London auf 3,94 Mrd. Dollar, eine Steigerung um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den ersten neun Monaten dieses Jahres sei der Überschuss um 26 Prozent auf 12,56 Mrd. Dollar gestiegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%