US-Schiefergas-Boom
Europas Chemieriesen müssen umdenken

Durch neue Fördertechniken dürfte der Erdgaspreis in den USA weiter sinken und der US-Chemiebranche deutliche Vorteile bringen. Europas Konzerne müssen sich neue Strategien überlegen, um nicht den Anschluss zu verlieren.
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FrankfurtRevolution aus dem tiefen Gestein: Wegen des Schiefergas-Booms in den USA droht den europäischen Chemiegrößen in den nächsten Jahren Gefahr von ungeahnter Seite. Denn mit der Erschließung großer Erdgas-Vorkommen in Texas und anderen US-Bundesstaaten ergeben sich für die amerikanische Chemieindustrie ganz neue Produktions- und Wettbewerbsvorteile. Der Grund: Als Ausgangsstoff für viele chemische Grunderzeugnisse ist Erdgas in den USA momentan nicht nur in rauen Mengen, sondern auch zu sehr günstigen Preisen verfügbar.

In den Strategieabteilungen der Konzerne wird deshalb umgedacht. Konzernen wie BASF hatte in der Grundstoffchemie bislang vor allem die Konkurrenz aus dem Nahen Osten Kopfschmerzen bereitet, die wie die saudische Sabic von ihrer Nähe zu den Ölquellen am Persischen Golf profitieren. Doch jetzt muss auch stärker über den Atlantik geschaut werden. „Erdgas in den USA ist heute ein deutlicher Preisvorteil gegenüber Europa“, warnte BASF-Chef Kurt Bock vor kurzem. „Wir schauen uns unsere Investitionsplanung daraufhin auch noch einmal an.“ Insbesondere in der Petrochemie, die wichtige Basischemikalien für Kunststoffe, Farben und Lacke liefert, dürfte Experten zufolge der Wettbewerbsdruck zunehmen.

In Europa arbeiten die turmhohen petrochemischen Anlagen - im Fachjargon „Cracker“ genannt - zumeist mit dem Erdölprodukt Nafta als Rohstoff, das dann in wichtige Kunststoff-Vorprodukte wie Ethylen, Propylen und Butadien aufgespaltet wird. In den USA werden solche Großanlagen überwiegend mit Erdgas gespeist und können deshalb deutlich günstiger produzieren.

Nach Angaben der Internationalen Energie Agentur (IEA) lag der Preis für Erdgas pro Million British Thermal Units (BTU) im Mai in den USA bei deutlich unter drei Dollar - in Europa kostete die Einheit zur selben Zeit laut IEA im Schnitt viermal so viel. Nicht immer war Erdgas in den USA so billig: Noch vor fünf Jahren lagen auch in den Staaten die Preise bei über zehn Dollar. Der immense Preisrutsch ist eine Folge des Siegeszugs neuer Fördertechniken in den USA, mit denen sich Gasvorkommen auch aus tiefen Ton- und Schwarzschiefer-Gesteinsschichten herauslösen lassen, die vorher praktisch unerreichbar waren. Methoden wie das „Fracking“, bei denen Gestein in der Lagerstätte mit Horizontalbohrungen unter hohem Druck aufgebrochen wird, haben zu der Gasschwemme geführt. Der Boom setzte 2005 ein - seitdem wurden jährlich Tausende Bohrungen in die Erde getrieben. Im vergangenen Jahr kletterte die Erdgas-Produktion in den USA sogar um acht Prozent - das war der bislang stärkste registrierte Anstieg überhaupt.

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US-Chemiekonzerne investieren Milliarden

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  • Die letzten Resourcen werden in den USA ausgebeutet, auch im Hinblick auf größte Umweltschäden. Noch wird in Europa gezögert. Frankreich hat das Fördern durch Chemie-Fracking bereits verboten. Und Deutschland? Die Lobby wird Merkel und
    Altmeier schon hinkriegen........

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