US-Senatoren fordern Aufwertung
Yuan erreicht höchsten Stand seit Abkoppelung vom Dollar

Der Yuan ist Anfang der Woche im Handel in Schanghai auf den höchsten Wert seit seiner Abkopplung vom US-Dollar im Juli 2005 gestiegen. Nun fordern US-Senatoren eine stärkere Aufwertung der chinesischen Landeswährung ansonsten werden sie chinesische Importe mit Sanktionen belegen.

Bloomberg SCHANGHAI. Devisenhändler spekulierten, die chinesische Regierung werde eine zügigere Aufwertung des Yuans zulassen, um den USA keinen Anlass zu geben, chinesische Importe mit Sanktionen zu belegen. Der Yuan stieg 0,08 Prozent auf 7,9160 zum Dollar. US-Finanzminister Henry Paulson hatte sich gegen solche Maßnahmen ausgesprochen, während die US-Senatoren Charles Schumer und Lindsey Graham einen Strafzoll in Höhe von 27,5 Prozent für chinesische Produkte fordern, wenn der Yuan nicht schneller aufgewertet werde. Am Freitag hatte Paulson geäußert, dass Vertreter der chinesischen Regierung, die er bei seiner viertägigen China-Reise getroffen hatte, sich für die Notwendigkeit flexiblerer Wechselkurse ausgesprochen haben.

„China versucht, seinen Teil dazu beizutragen“, sagt Magnus Prim, leitender Währungsstratege bei Skandinaviska Enskilda Banken in Singapur. „Ich gehe davon aus, dass Paulson versucht, die Senatoren zu überzeugen, den Antrag noch eine Weile zu verschieben.“ China hatte am 21. Juli voriges Jahr auf das Wechselkurssystem des „Managed Floating“ umgestellt, bei dem der Wechselkurs grundsätzlich frei schwankt, aber die Zentralbank intervenieren kann. Seitdem hat die chinesische Währung 2,4 Prozent zugelegt. Die Senatoren Schumer und Graham argumentieren, dass die chinesische Zentralbank den Yuan künstlich niedrig halte, um die chinesischen Exporte so preiswert wie möglich zu halten. Dies trage dazu bei, dass das Handelsbilanzdefizit der USA gegenüber China auf den Rekordbetrag von 201,6 Mrd. Dollar angeschwollen ist.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hatte am Dienstag veröffentlicht, ein stärkerer Yuan werde dazu beitragen, dass sich das Wirtschaftswachstum in China abkühle. Die britische Bank Standard Chartered hat ihre Wachstumsprognose für das chinesische Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr von 10,2 Prozent auf 10,8 Prozent angehoben. Credit Suisse hat hingegen ihre Erwartung von 10,5 Prozent auf 10,4 Prozent reduziert. „Es käme der chinesischen Wirtschaft zugute, wenn man zulassen würde, dass die chinesische Währung schrittweise aufgewertet würde“, sagte Tan Kim Eng, Associate Director bei Standard & Poor’s in Singapur.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%