Venezuela drängt auf Produktionskürzung
Hurrikan-Ängste treiben den Ölpreis

Der Ölpreis ist am Dienstag in den USA angesichts der bevorstehenden Hurrikan-Saison wieder über 70 Dollar gestiegen. Zudem hat Venezuela wegen der hohen Lagerbestände eine Produktionsbeschränkung der Opec ins Gespräch gebracht.

HB NEW YORK. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juli kostete am Morgen 70,15 Dollar. Das waren 19 Cent mehr als zu Handelsschluss am Montag. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 24 Cent auf 69,59 Dollar.

Experten rechnen für das laufende Jahr mit einer aktiven Hurrikan-Saison im Atlantik. Dies treibe den Ölpreis, sagten Händler. Sollten wie im letzten August Förderanlagen im Golf von Mexiko beschädigt werden, könne der Preis über 90 Dollar steigen. „Hurrikans sind ein Risiko für die Angebotsseite“, sagte Investmentstratege Dariusz Kowalczyk von CFC Seymour. Dieses Risiko würden Investoren durch einen Preisaufschlag berücksichtigen. US-Behörden erwarten für 2006 bis zu zehn Hurrikans für Nord- und Mittelamerika.

Der venezolanische Öl-Minister Rafael Ramirez hatte erklärt, am Ölmarkt gebe es genügend Versorgung, um eine Produktionskürzung der Opec-Länder zu rechtfertigen. „Tatsächlich würden die Fundamental-Daten des Marktes auf eine Produktionskürzung hindeuten, weil es viel Öl auf dem Markt gibt“, sagte Ramirez zu Journalisten.

Die in der Organisation Erdöl produzierender Länder (Opec) zusammengeschlossenen Staaten treffen sich am 1. Juni im venezolanischen Caracas. Venezuela hat sich wiederholt trotz steigender Energiepreise für eine straffe Opec-Politik ausgesprochen. Andere Opec-Länder erklärten indes, das Kartell werde die Produktion wohl unverändert nahe an der Kapazitätsgrenze lassen, da der Ölpreis weiter in der Nähe seines Rekordhochs sei.

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