Verbale Intervention
Massiver Yen-Anstieg sorgt G7-Staaten

Der japanische Yen nimmt Kurs auf die Marke von 90 Yen je Dollar. Der kräftige Kursanstieg der vergangenen Wochen beunruhigt nicht nur die japanische Regierung. Auch die anderen G7-Staaten wollen Übertreibungen am Devisenmarkt unterbinden.

HB WASHINGTON. Die sieben wichtigsten Industriestaaten haben ihren Schulterschluss gegen Übertreibungen auf den Devisenmärkten bekräftigt und sich besorgt über Schwankungen des Yen geäußert. In einer in Washington verbreiteten Erklärung der G-7-Staaten hieß es am Montag, sie seien "besorgt über die jüngsten übertriebenen Schwankungen im Yen-Kurs und ihrer denkbaren negativen Folgen für die Stabilität von Wirtschaft und Finanzen". Die Finanzminister und Notenbankchefs kündigten zudem an, die Situation weiter genau zu beobachten "und angemessen zusammenzuarbeiten".

Japans Finanzminister Shoichi Nakagawa sagte, es gebe ungeordnete Bewegungen auf den Devisenmärkten. Der Verfall der Aktienkurse drohe der japanischen Wirtschaft zu schaden. Der Nikkei-Aktienindex hatte zuvor den tiefsten Stand seit 26 Jahren erreicht.

Der Yen hatte zuletzt deutlich gegenüber dem Euro und dem Dollar zugelegt. Jedoch auch nach der Ankündigung verlor der Yen nicht gegenüber Euro und Dollar. Am Morgen kostete ein Dollar 93,32 Yen. Vor der Erklärung hatte der Kurs bei 93,98 Yen gelegen.

Nach Meinung von Dmyfor Evans, Währungsexperte von State Street Global Markets in Hongkong, war der Schritt der G 7 verständlich, weil die Stärke des Yen den japanischen Herstellern immer mehr zu schaffen mache. Falls der Dollar unter 90 Yen falle, werde es wahrscheinlich eine Intervention der Notenbanken geben, sagte sein Kollege Masafumi Yamamoto von der Royal Bank of Scotland.

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