Verbrauch steigt weiter an
Flüssigem Erdgas gehört die Zukunft

Neben Öl wird Gas immer wichtiger. Duruch die Verflüssigung wird der Transport per Schiff erleichtert, was den weltweiten Handel ankurbelt. Der Verbrauch steigt weiter an.

HB FRANKFURT. Öl war im vergangenen Jahrhundert der bedeutendste Energieträger - sowohl für das Transportwesen und die Stromerzeugung als auch für den Einsatz als Heizmittel. Nicht zuletzt durch seine fast monopolistische Stellung und der teilweise knappen Verfügbarkeit gilt Öl auch als "politischer Rohstoff". Doch infolge der gestiegenen Rohölpreise sowie eines wachsenden Umweltbewusstseins vieler Staaten und Unternehmen spielt Erdgas als Energieträger eine immer bedeutendere Rolle. Im Schatten des Rohstoffbooms wurden insbesondere im Bereich der Erdgasverwendung und des Erdgastransportes bedeutende Entwicklungen vollzogen, um einen flexiblen Zugang zu den weltweiten Gasreserven zu ermöglichen.

Im Gegensatz zu Erdöl, das relativ einfach auf dem Schiffs- und Landweg transportiert werden kann, ist der Transport der nicht-flüssigen Form des Erdgases schwieriger. Pipelines können nicht jeden potenziellen Empfänger erreichen und machen denjenigen, der tatsächlich Erdgas über eine Pipeline erhält, in hohem Maße abhängig vom Erdgaslieferanten. So hat beispielsweise Deutschland durch die sich immer weiter verbreitende Nutzung von Erdgas - Deutschland ist der viertgrößte Erdgasverbraucher der Welt - eine hohe Abhängigkeit von den Förderländern Russland, Norwegen und den Niederlanden. Diese drei Länder erbringen nahezu 80 Prozent der Gasversorgung Deutschlands. Andere bedeutende Länder in der Gasförderung sind die USA, Kanada, Großbritannien und der Iran. Sie versorgen derzeit vor allem regionale Märkte. Darüber hinaus werden zunehmend neue Erdgasvorkommen in immer entlegeneren Gebieten der Welt entdeckt.

Um auch diese Gasvorkommen weltweit zugänglich zu machen, erfolgt der Transport zunehmend als flüssiges Erdgas. Das Kürzel LNG (Liquified Natural Gas) bezeichnet die liquide Form des Erdgases durch Abkühlung auf minus 161 Grad Celsius. Spezialschiffe können diese flüssige Form des Erdgases transportieren. Zur Nutzung wird das Flüssiggas schließlich wieder in den ursprünglichen Aggregatzustand umgewandelt. Das Potenzial von Erdgas und vor allem LNG wird deutlich, wenn man die Pläne verschiedener Staaten, den Erdgasverbrauch auszubauen, mit den verfügbaren Vorkommen in Reichweite des Verbrauchers in Verbindung bringt.

Die Förderung von Erdgas als Energieträger resultiert aus der Tatsache, dass die Verbrennung als wirtschaftlich und umweltschonend gilt. Hinzu kommt die universelle Einsetzbarkeit als Heizmittel, zur Erzeugung elektrischen Stroms und in der petrochemischen Industrie. Die Nachfrage nach Erdgas steigt daher seit Jahren schneller als die Ölnachfrage. Um an der Entwicklung des Erdgas- und LNG-Marktes zu partizipieren, sollten Anleger auf Unternehmen setzen, die in diesem Bereich spezialisiert sind. Dazu gehören Aktiengesellschaften, die sich auf die Erdgasförderung oder die Zulieferindustrie konzentrieren oder auch im Spezialsegment der Erdgas-Verflüssigung und LNG-Verschiffung tätig sind. Bei der Auswahl eines entsprechenden Fonds sollten Anleger darauf achten, dass der Fonds in kleinere, mittlere und große Erdgas- und LNG-orientierte Titel investiert.

Gerhard L. Single arbeitet als Investment-Spezialist für die American Express Bank.

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