Verbraucherschützer: „Silbermarkt kennt kein Mensch“
Silberpreis profitiert von Rohstoff- und Goldhausse

Im Zuge des steigenden Goldpreises erlebt auch Silber eine Renaissance. Die Kursentwicklung des Edelmetalls in den vergangenen Monaten glich einer rasanten Rallye, wie sie die Anleger seit gut 25 Jahren nicht mehr gesehen hatten. Da konnte nicht einmal der Höhenflug am Goldmarkt in 2006 mithalten.

HB FRANKFURT. „Ein Phänomen“, meint Roland Aulitzky, Börsenspezialist von „Finanztest“. Nach Rückschlägen ist momentan wieder etwas Ruhe an der Silberfront eingekehrt. Analysten sind jedoch zuversichtlich, dass die Erfolgsgeschichte weiter geht.

Wer die Konsolidierungsphase jetzt als Kaufgelegenheit nutzen und in Silber investieren will, sollte sich vorsehen, warnt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Ein Investment berge „gewaltige Risiken“ für Anleger, die sich nie mit dem Thema beschäftigt haben. Als „spekulative Nische“ sei der Silbermarkt für Normalverbraucher nicht geeignet, winkt auch Aulitzky ab: „Im Gegensatz zur Anlage in Gold.“

Nach Einschätzung Kurz' wird der seit drei Jahren anhaltende Aufwärtstrend bei Silber vor allem von der allgemeinen Hausse von Gold, Rohstoffen und Metallen befeuert. Auch die Preise für Platin, Titan oder Palladium sind in den vergangenen Monaten regelrecht nach oben geschossen. Noch Mitte der 90er Jahre dümpelte der Silberpreis auf niedrigem Niveau bei rund fünf Dollar dahin.

Rohstoffe wurden zu diesem Zeitpunkt von der Börse allgemein links liegen gelassen. Mitte 2003 rückte Silber dann in den Focus der Anleger. Im April dieses Jahres stand der Preis bei rund 15 Dollar und damit auf einem 25-Jahres-Hoch. Dann kam es zur Korrektur am überhitzten Markt, die Preise pendeln jetzt etwa zwischen zehn und elf Dollar.

„Silber läuft im Fahrwasser von Gold mit“, erläutert Anlagespezialist Aulitzky. Der Preis des Edelmetalls sei jedoch grundsätzlich viel schwankungsanfälliger als bei Gold: Nach oben sind mit Silber stärkere Kursgewinne drin, bei Rückschlägen muss dafür mit höheren Verlusten gerechnet werden. Doch die Hoffnung auf überdurchschnittliche Gewinne auch in der Zukunft scheint risikobereite Privatinvestoren derzeit in Scharen anzulocken. Der Markt werde vor allem von Spekulationen und viel Fantasie in künftige Kursziele gespeist, mahnt Kurz zur Vorsicht. „Das geht schon in Richtung Spekulationsblase.“

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