Verkauf gescheitert
Deutsche Bank findet keinen Nachfolger für Goldfixing

Sie wollte ihren Platz übergeben, doch keiner will ihn: Nun bleibt der Deutschen Bank im Mai nur der geräuschlose Abzug aus dem Zirkel der Institute, die den Goldpreis fixieren. Er steht unter Manipulationsverdacht.
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LondonDie Deutsche Bank ist auf ihrem Platz unter den Teilnehmern am weltweiten Gold-Fixing sitzengeblieben. Es habe sich dafür kein Käufer gefunden, sagte ein Sprecher des Geldhauses am Dienstag. Finanzkreisen zufolge ist der Austritt aus der Runde nun zum 13. Mai geplant.

Die Deutsche Bank hatte zu Jahresbeginn beschlossen, sich nicht mehr an der Feststellung der offiziellen Referenzpreise für Gold und Silber zu beteiligen. Sie war im Sommer 2013 auch in diesem Bereich ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten. Diese untersuchen, ob es dort ebenfalls zu Manipulationen gekommen ist. Die zumindest teilweise erfolgreichen Versuche von Banken, Referenzsätze wie den Zinssatz Libor oder auch Devisenkurse zu lenken, haben die Aufseher und Marktteilnehmer weltweit aufgeschreckt.

Insgesamt waren bislang fünf Institute am Gold-Fixing beteiligt: neben der Deutschen Bank gehörten dazu Barclays, HSBC, Bank of Nova Scotia und Societe Generale. Der Goldpreis wird in einer Telefonkonferenz des exklusiven Klubs zwei Mal am Tag festgelegt. Reuters hatte bereits in der vergangenen Woche aus Kreisen erfahren, dass fast 20 Klagen, die Investoren in den USA gegen die fünf Banken wegen mutmaßlicher Manipulationen eingereicht haben, es schwer machten, einen Käufer für den Deutsche-Bank-Platz zu finden. Das Reputationsrisiko sei zu hoch. Nun dürfte der Gold-Preis nur noch von vier Instituten ermittelt werden. Beim Silber-Fixing sind nach dem Ausstieg der Deutschen Bank nur HSBC und die Bank of Nova Scotia übrig geblieben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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