Versorgungsängste
US-Ölpreis scheitert knapp an 75 Dollar

dpa-afx NEW YORK/LONDON/WIEN. Der US-Ölpreis hat am Donnerstag getrieben von Versorgungsängsten und dem anhaltenden Auseinandersetzungen im Nahen Osten im Tagesverlauf die Marke von 75 Dollar nur knapp verfehlt. Ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate kostete am Abend noch 74,35 Dollar. Das waren 41 Cent mehr als zu Handelsschluss am Mittwoch. Zuvor war der Preis bis auf 74,92 Dollar geklettert. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 97 Cent auf 74,97 Dollar.

Der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell hält eine Verfehlung seiner Produktionsziele im laufenden Jahr aufgrund der Ausfälle in Nigeria für möglich. Kreisen zufolge ist die Fördermenge von Afrikas größtem Ölproduktionsland wegen der gewaltsamen Angriffe im Niger Delta und einem Leck in einer Pipeline derzeit um 26 Prozent niedriger als üblich. Das entspreche einem Minus von 675 000 Barrel pro Tag.

Opec: KÖNnen Nichts Gegen Steigende ÖLpreise Unternehmen

Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah habe sich zunächst nicht ausgeweitet, deshalb sei der Ölpreis von seinem Rekordstand zunächst wieder zurückgekommen, sagten Händler. In der Nacht zum 14. Juli war der WTI-Preis angesichts der Auseinandersetzungen auf den Rekordstand von 78,40 Dollar geklettert. "Die Märkte werden weiterhin auf einen Durchbruch in dem Konflikt warten", sagte Analyst Paul Harris von der Bank of Ireland. "Es sollte aber daran erinnert werden, dass sich die Auseinandersetzungen um das iranische Atomprogramm weiterhin sehr deutlich auf der Tagesordnung befinden."

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) fiel zur Wochenmitte wieder leicht. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Donnerstag lag der Preis für ein Barrel aus den Fördergebieten der elf Opec-Länder am Mittwoch bei 68,27 Dollar. Das waren 44 Cent weniger als am Vortag. Dem amtierenden Opec-Präsidenten Edmund Daukoru zufolge kann die Organisation nichts gegen die steigenden Ölpreise unternehmen. "Die gegenwärtigen geopolitischen Bedingungen können von der Opec nicht beeinflusst werden", sagte Daukoru, der auch nigerianischer Ölminister ist.

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