Versorgungslage bleibt auch 2005 angespannt
Ölpreise erreichen wieder Rekordniveau

Vielleicht war es persischer Überschwang oder die Vorfreude, dass die Organisation Erdöl produzierender Länder (Opec) am 16. März zum ersten Mal seit 1971 wieder eine Tagung in seiner Heimat abhalten wird: Irans Opec-Gouverneur Hossein Kazempour Ardebili schockte zu Wochenbeginn die Ölmärkte mit starken Äußerungen - es gebe Faktoren, die eine „Senkung der Förderobergrenze“ nahe legten, erklärte er Journalisten.

DÜSSELDORF. Die Märkte reagierten prompt und brachten die Rohölnotierungen wieder auf ein Rekordniveau: Schon vor den Äußerungen des Iraners waren sie zu einem Höhenflug gestartet. Das für Europa maßgebliche Brentöl übersprang die Marke von 50 Dollar je Barrel (ein Barrel entspricht 159 Litern). Noch teurer war Brentöl nur in der Zeit um den 20. Oktober 2004, als es den Spitzenwert von 52,02 Dollar erreichte.

Der US-Ölpreis hat sich am Donnerstag nach dem Sprung auf ein Viermonats-Hoch am Vortag weiter bei der Marke von 53 Dollar gehalten. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete gegen 7.25 Uhr 52,96 Dollar und damit neun Cent weniger als am Mittwoch. Deutlich gesunkene Bestände an Destillaten (Heizöl und Diesel) in den USA hatten den Ölpreis am Vorabend auf den höchsten Stand seit dem 27. Oktober 2004 getrieben.

Ardebilis Vize wie auch der stellvertretende Opec-Generalsekretär Adnan Shihab-Eldin versuchten gestern zwar, die Märkte wieder „herunterzureden“. Doch mehrere Faktoren treiben die Rohölpreise an: die anhaltende Kältewelle in den USA und in Europa, aber auch die Spekulationen, ob die Opec auf ihrem nächsten Treffen nicht doch eine Änderung der Förderquoten beschließen wird. Denn vor allem der Tenor des in der Vergangenheit eher mäßigenden größten Opec-Förderers Saudi-Arabien hat sich gewandelt.

Der saudische Ölminister Ali al-Naimi hat bereits vor Tagen für dieses Jahr einen Ölpreiskorridor von 40 bis 50 Dollar pro Barrel vorhergesagt. Dies ist beinahe doppelt so viel wie die einstige Preisspanne des Kartells von 22 bis 28 Dollar. Im Jahr 2000 hatte die Organisation diesen Zielbereich festgelegt – und auf ihrem Treffen im Januar in Wien zu den Akten gelegt. Beobachter werten die Äußerungen der Saudis als ein klares Signal, dass sich die Ölpreiswelt nachhaltig verändert.

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