Verteuerung um 25 Prozent
Rhodium zeigt vorübergehende Schwäche

Eine akute Verknappung hat den Preis für Rhodium auf über 4 000 Dollar je Unze katapultiert. In der Spitze notierte das Edelmetall, das zu den Platinmetallen gehört, bei 4 360 Dollar je Unze.

LONDON. Noch teurer war es 1980, als es bis auf 7 000 Dollar gestiegen war. Seit Anfang des Jahres hat sich Rhodium um rund 25 Prozent verteuert. Im Jahr 2004 kostete das silberweiß glänzende Metall nur rund 500 Dollar.

Mark Bedford, Marketingchef der Londoner Edelmetallgruppe Johnson Matthey, begründet den Anstieg mit einer „echten physischen Verknappung“. Rhodium wird zu etwa 80 Prozent in Südafrika als Nebenmetall zu Platin gefördert. Zwölf Prozent der Produktion stammen aus Russland. Johnson Matthey hatte bereits für 2005 eine wachsende Lücke zwischen der Förderung des Metalls in Höhe von gerade 744 000 Unzen und der voraussichtlichen Nachfrage von 790 000 Unzen vorausgesagt.

Etwa 85 Prozent der Weltproduktion wird für Autokatalysatoren eingesetzt. Das Metall gilt als ein hocheffizienter Reiniger von Stickoxiden. Den Rest verbrauchen die chemische Industrie, die Glas- und die Elektroindustrie. Die Autobauer hatten ihre Rhodiumvorräte 2004 stark reduziert und mussten deshalb 2005 kräftig zukaufen. Ein weiterer Preisttreiber ist der rapide Ausbau der Chemie- und der Glasindustrie (LCD-Glas) in Asien.

Einige Händler halten inzwischen Material vom Markt zurück, um den Preis weiter in die Höhe zu treiben, vermutet Wolfgang Wrzesniok-Roßbach von der Heraeus Metallhandelsgesellschaft in Hanau. Mark Augustynak, Edelmetallhändler der Commerzbank Luxemburg, ist sich ebenfalls sicher, dass Spekulanten das Rad der Preissteigerungen mitdrehen. Doch habe es „eine Knappheit bei der physischen Lieferung des Metalls gegeben“.

Bedford von Johnson Matthey rechnet damit, dass der Preis auch unabhängig von der Spekulation noch weiter steigen wird. Denn jahrelang hätten die Russen das weltweite Angebot mit Abgaben aus ihren strategischen Reserven alimentiert. Von solchen Verkäufen sei aber immer weniger zu sehen. Bedford vermutet, dass die Vorräte weitgehend verbraucht sein könnten. Und er nennt einen weiteren Grund für ein knappes Angebot: „Eine Rhodiumförderung als solche gibt es nicht, Rhodium kommt nur in Verbindung mit anderen Metallen, vorwiegend Platin, vor.“ So sei auch den Spekulanten nicht entgangen ist, dass in Simbabwe Präsident Mugabe nach der Landwirtschaft jetzt durch entschädigungslose Teilverstaatlichungen auch den Platinbergbau zu ruinieren droht. Simbabwe ist der Welt viertgrößter Anbieter des Edelmetalls.

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