Vertrauen verloren
Spekulanten glauben nicht mehr an Gold

Hedge-Fonds haben ihre Wetten auf das Edelmetall reduziert. Mit steigenden Preisen rechnen so wenige Spekulanten wie zuletzt vor fünf Jahren. Grund: Weniger Angst vor Inflation senkt die Goldnachfrage.
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New YorkHedge-Fonds haben ihre Wetten auf eine Rally bei Gold so stark zurückgenommen, dass sie nun bei einem Fünfjahrestief liegen. Der Goldpreis war vor kurzem erstmals seit 2010 unter die Marke von 1200 Dollar je Unze gefallen. Die Analysten von Goldman Sachs Group Inc. glauben, dass der Absturz noch weiter gehen wird.

Spekulanten reduzierten ihre Netto-Kauf-Positionen in den Tagen bis zum 25. Juni um 20 Prozent auf 31.197 Futures und Optionen, wie die jüngsten Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zeigen. Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2007. Gleichzeitig schnellten die Bestände an Verkaufkontrakten um fünf Prozent auf 77.027 hoch. Hierbei handelt es sich um den zweithöchsten Wert der Geschichte.

Die US-Notenbank wird unter Umständen noch in diesem Jahr damit anfangen, das Volumen ihrer Bondskäufe zu reduzieren, hatte Fed-Chef Ben S. Bernanke vor kurzem angekündigt. Ein Programmabschluss sei bis Mitte 2014 möglich. Voraussetzung sei jedoch, dass sich die weltgrößte Volkswirtschaft in dem von der Fed erwarteten Ausmaß erhole.

Zwischen Januar und Ende Juni war der Goldpreis um 27 Prozent eingebrochen. So schlecht hatte er sich in einem ersten Halbjahr schon seit 1981 nicht mehr entwickelt. Der Wert von an den Börsen gehandelten Goldprodukten reduzierte sich in den Zeitraum um 60,4 Milliarden Dollar. Investoren reduzierten ihre Bestände auf ein Dreijahrestief.

Banken wie Credit Suisse oder Goldman haben in der vergangenen Woche in vorgelegten Analysen ihre Prognosen zur Entwicklung des Goldpreises zurückgenommen - nicht zuletzt auf Grund der Aussagen der Fed.

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  • Spekulanten glauben nicht mehr an Gold...

    Das ist gut so.
    Spekulanten sind am Goldmarkt sowieso fehl am Platz.
    ich muß nicht erklären, was gold ist, warum der normale Anleger Gold kauft und es als Wertanlage sieht.
    Spekulanten sollen sich wo anders tummeln, wo man so richtig zocken kann bis die Bude kracht.

  • @ Gast

    Nur gibt es (hoffentlich) wenige Leute die zu Höchstpreisen massiv ihr Vermögen umschichten. Der normale Versicherungsnehmer der 50 Jahre den Leverage-Effekt der konstanten Einzahlung ausnutzte kaufte überwiegend in den günstigen Jahren und steht heute mit dem Gegenwert seiner Goldversicherung vermutlich nicht schlechter da als ein Geldsparer in D 1948 oder ein Geldsparer auf Zypern heute.

  • @ geostratege

    Wir haben völlig unterschiedliche Märkte. Der Seitwärtstrend mit geringer Steigerung ist genau das was der Versicherungsnehmer der 5-10% seines Vermögens in physischen Edelmetallen hält will. Dieser erwirbt das Metall für Worst Case-Szenarien ohne Verkaufsansichten. Wird es nicht benötigt kann es an die nächste Generation übergeben werden.

    Der mehr oder weniger entkoppelte Papiermarkt auf dem die Finanzspekulanten mit Calls und Puts ihre 100%+X-Wetten mit einem Vielfachen des real verfügbaren Edelmetalls platzieren ist eine komplett andere Welt in der man Volatilität benötigt weil man nur bei Änderung einen Verdienst erzielt.

    Deshalb sind es die gleichen Banken die mit ihrem orchestrierten Chor Gold 2010 bei 2000$ sahen die 2013 unter fast unveränderten Bedingungen einen Preis von 1000$ prognostizieren. Denn nur am Wettgeschäft der Finanzspekulanten kann eine Bank gewinnen. Gold das jahrzehntelang gehalten und vererbt oder im Krisenfall unter Privatleuten gehandelt wird ist Gift für das Bankgeschäftsmonopol.

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