Verunsicherung der Märkte
Rohölpreis steuert auf neues Rekordhoch zu

Die Rohölpreise ziehen weiter an. Mit über 67 Dollar je Barrel (159 Liter) notierte das europäische Brentöl gestern nur noch um gut einen Dollar unter seinem bisherigen Höchststand.

rp/cla DÜSSELDORF/LONDON. Mitte August 2005 hatte Brentöl gut 68,30 Dollar gekostet. Getrieben wird der Preis durch geopolitische Sorgen, aber auch durch den jüngsten Rückgang der Benzinlagerbestände in den USA.

„Ein Gemisch aus Produktionsausfällen, geopolitischen Risiken, fallenden Benzinlagerbeständen und der Driving Season hat durchaus das Potenzial, die Ölmarktteilnehmer nervös werden zu lassen“, meint Sandra Ebner, Ölexpertin der Deka Bank. „Driving-Season“ wird die Jahreszeit genannt, in der die Amerikaner besonders viel Auto fahren. Außerdem habe die Energiebehörde in den USA angekündigt, dass es im Sommer zu regionalen Engpässen bei der Benzinversorgung kommen könnte, sagt Ebner.

Hinzu kommen die Unsicherheiten über den weiterhin ungelösten Atomstreit mit Iran, die unverändert stockende Produktion im Irak und Ausfälle in der Produktion Nigerias. Vor diesem Hintergrund verpuffen auch die Versuche von Vertretern der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec), die Märkte zu beruhigen. Gestern unterstrich der nigerianische Opec-Präsident Edmund Daukoru, dass das Kartell seine Förderung angesichts des hohen Ölpreises nicht verringern werde. „Nicht auf diesem Preisniveau“, sagte Daukoru in Abuja.

Das Londoner Zentrum für Energiestudien, CGES, rechnet für 2006 mit einem Durchschnittspreis von mindestens 60 Dollar. Doch sollte die Welterdölnachfrage nur geringfügig höher ausfallen als erwartet und gleichzeitig die Förderung aus den Ländern außerhalb der Opec – wie zum Beispiel Russland – hinter den Erwartungen bleiben, könnte der Preis sogar zeitweise bis auf 77 Dollar ansteigen. Das würde den Durchschnittspreis für das laufende Jahr noch weiter auf 68 Dollar heben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%