Viele Vorkommen kaum angezapft
Mexikos Silberminen gelten als lukrativ

Trotz niedriger Preise investieren die Produzenten.

Bloomberg NEW YORK. Der Einbruch des Silberpreises schreckt Bergbaugesellschaften nicht davon ab, neue Minen in Lateinamerika zu erschließen und die Produktion auszuweiten. Die kanadische Scorpio Mining Corp., Industrias Penoles SA aus Mexiko und Minefinders Corp. mit Sitz im kanadischen Vancouver wollen in Mexiko mehr Silber fördern. Die Aktienkurse der Bergbaugesellschaften leiden allerdings unter dem niedrigeren Silberpreis. Die Aktie von Coeur d'Alene Mines Corp., des größten US-Silberproduzenten, hat seit Anfang April 33 Prozent an Wert eingebüßt.

So stark hatte im gleichen Zeitraum auch der Preis für Silber nachgegeben, und zwar auf rund sechs Dollar je Unze – nachdem er allerdings zuvor auf den höchsten Stand seit 17 Jahren gestiegen war. Vor allem die Industrienachfrage aus China hatte den Preis nach oben getrieben. Nachdem China ankündigte, die Konjunktur zu dämpfen, ging auch der Silberpreis zurück.

Dies mache wahrscheinlich einige der geplanten Projekte unprofitabel, sagt Haytham Hodaly, Analyst bei Salman Partners, einem Broker in Vancouver. „Der Silberpreis ist zu schnell emporgeschossen“, erläutert Hodaly. „Das war reine Spekulation, was ihn angetrieben hat. Jetzt, da der Preis fällt, sind weniger Projekte wirtschaftlich sinnvoll.“ Peter Hawley, Vorstandschef von Scorpio, will mit der Candelaria-Silbermine in der mexikanischen Sierra Madre, die er wiedereröffnen will, aber schwarze Zahlen schreiben. Die Mine würde erst Verlust machen, wenn der Silberpreis auf unter 3,25 Dollar je Unze sinken sollte, erklärt er. Das war nach Angaben des Silver Institute in Washington seit 1973 nicht mehr der Fall.

In Lateinamerika sind viele Silbervorkommen kaum angezapft, weil Gesetze ausländische Investitionen begrenzen, die politische Lage oft instabil ist, und die Kosten für die Erschließung in abgelegenen Regionen hoch sind, wie Mark Bailey, Vorstandschef von Minefinders, erklärt. Minefinders will 100 Mill. Dollar investieren, um eine Mine im nordmexikanischen Sonora wieder aufzumachen, die Anfang des letzten Jahrhunderts aufgegeben worden war. In Mexiko hatten zahlreiche Gesellschaften Anfang des 20. Jahrhunderts Bergbauprojekte aufgegeben, da das Land in Gewalt versank. Als 1966 ein Gesetz verabschiedet wurde, das es Ausländern untersagte, die Kontrollmehrheit an einer Mine in Mexiko zu halten, zogen sich weitere Unternehmen zurück. 1992 wurden dann ausländische Mehrheiten bei Minen wieder erlaubt, und 1994 erhielten Investoren unter dem Freihandelsabkommen Nafta einen besseren Schutz. Dadurch sei das Interesse an Mexiko wieder erstarkt, berichtet Alfonso Martinez, Direktor im mexikanischen Bergbau-Ministerium. Das Ministerium rechnet damit, dass ausländische Unternehmen in den kommenden zwei Jahren 1,2 Mrd. Dollar in den mexikanischen Bergbau in investieren, vor allem in den Silber- und Goldabbau.

Silber findet unter anderem bei Filmen und elektrischen Bauteilen Verwendung, davon abgesehen wird es zu Schmuck verarbeitet.

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