Vier Fünftel des Platins kommt aus Südafrika
Das Monopol für viele Metalle liegt in Afrika

Afrika ist eine geologische Schatzkammer. Als die Belgier einst den Bodenreichtum des Kongo entdeckten, sprachen Experten von einem „geologischen Skandal“. Das zentralafrikanische Land birgt etwa 40 Prozent der weltweiten Kobaltvorräte und große Mengen anderer strategisch wichtiger Metalle wie Kupfer, Uran und Coltan.

HB DÜSSELDORF. Daneben besitzt der Kongo die weltweit größten Vorkommen an Industriediamanten. An den Bewohnern der Region ist der Wohlstand des Landes indes fast spurlos vorbeigegangen. Nur einige Politiker und Militärs sowie eine Reihe Geschäftsleute haben von der Laune der Natur profitiert.

Die Erschließung der Rohstoffe wird von Hindernissen erschwert. Die Explorationsausgaben in Afrika waren in den vergangenen Jahren wegen bürokratischer Schranken, Kriege und fehlender Infrastruktur oft rückläufig. Afrikas Anteil ist von rund 16 Prozent in den 90er Jahren auf etwa 13 Prozent geschrumpft.

Der Kongo ist ein Beispiel dafür: Seine rücksichtslose Plünderung und der Verfall vieler Gruben sind umso bedrückender, als noch vor wenigen Jahren aus einem 50 mal zehn Kilometer großen Minenstreifen bei Kolewzi im Süden des Landes mehr als 400 000 Tonnen Kupfer von höchstem Reinheitsgrad gewonnen wurden und mehr als die Hälfte des weltweit genutzten Kobalts. Heute werden im Kongo kaum 20 000 Tonnen Kupfer geschürft, und die Kobaltgewinnung ist auf unter 3 000 Tonnen geschrumpft.

Der Kongo zeigt, dass die geologische Struktur eines Landes nur ein Explorationskriterium ist. Wichtig ist auch das Risikoprofil: die politische Lage, Minengesetzgebung und Steuern, Währungsfragen, Anlageregeln, Umwelt- und Gesundheitsstandards und das Kriegsrisiko.

Weniger stark als bei Kupfer und Kobalt im Kongo aber doch markant ist der Rückgang von Gold in Südafrika. Heute liefert die Kaprepublik nur noch 376 Tonnen Gold pro Jahr und steuert damit weltweit nur noch etwa 15 Prozent zur Gesamtproduktion des gelben Metalls bei – verglichen mit fast 1 000 Tonnen vor 35 Jahren. Gründe dafür sind die Tiefe der Minen sowie die hohen Lohn- und Explorationskosten.

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